Wohnungsmangel treibt 2027 Preise weiter hoch

Trotz mehr Neubau bleibt Wohnen in der Schweiz 2027 knapp und teuer. Wüest Partner rechnet mit rund 50’000 zusätzlichen Wohnungen, erwartet aber dennoch steigende Angebotsmieten sowie weitere Aufschläge bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern.
Schweiz/Zürich/Graubünden/Zentralschweiz 2 Leseminuten
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Wohnungsmangel treibt 2027 Preise weiter hoch

Darum gehts

KI-generiert
  • 2027 dürften Mieten und Kaufpreise weiter steigen.
  • Rund 50’000 neue Wohnungen entspannen den Markt kaum.
  • In Zürich sollen Angebotsmieten um 1,7 Prozent sinken.

Der erwartete Zuwachs beim Neubau reicht nach Einschätzung von Wüest Partner nicht, um das seit Jahren aufgelaufene Defizit rasch abzubauen. Für 2027 werden rund 50’000 zusätzliche Wohnungen erwartet, nach geschätzten 39’000 im Jahr 2025 und rund 45’000 im Jahr 2026. Gleichzeitig bleibt der Markt angespannt, weil aufgeschobene Haushaltsgründungen wieder Nachfrage freisetzen können.

Das trifft zuerst den Mietmarkt. Für 2027 prognostiziert Wüest Partner schweizweit einen weiteren Anstieg der Angebotsmieten um 0,9 Prozent. Eine auffällige Ausnahme ist Zürich. Dort sollen die Angebotsmieten um 1,7 Prozent sinken. Das deutet darauf hin, dass in der teuersten Region vielerorts eine Belastungsgrenze erreicht ist, obwohl die Knappheit nicht verschwunden ist.

Mehr Bauvolumen, wenig Entlastung
Auch der Bund beschreibt die Versorgungslage auf dem Wohnungsmarkt weiter als knapp. Der Wohnungsmarktmonitor zeigt, dass das Wohnungswachstum mit dem Haushaltswachstum seit Längerem nicht Schritt hält und sich diese Tendenz 2024 und 2025 bestätigt hat. Wüest Partner beziffert den Rückstau seit 2023 auf 20’000 bis 30’000 Haushalte, die mangels verfügbarer Wohnungen nicht entstanden sind. Mehr Neubauten verbessern die Lage damit zwar, sie lösen den Engpass aber kurzfristig nicht.

Eigentum bleibt unter Druck
Auf der Eigentumsseite ist die Angebotslage noch enger. Für 2027 erwartet Wüest Partner einen Preisanstieg von 3,5 Prozent bei Eigentumswohnungen und von 3,1 Prozent bei Einfamilienhäusern. Im dritten Quartal 2026 lagen die Preise für Eigentumswohnungen bereits 5,0 Prozent über dem Vorjahr, Einfamilienhäuser verteuerten sich um 3,2 Prozent. Besonders knapp bleibt das Angebot laut der Prognose in der Zentralschweiz und in Graubünden.

Für Entwickler, Investoren und Eigentümer ist der Befund klar. Mehr Produktion stabilisiert den Markt noch nicht. Solange Leerstände tief bleiben und ein Teil der Nachfrage nur aufgeschoben ist, dürfte 2027 vor allem im Wohnen ein Jahr der anhaltenden Preisdisziplin bleiben. Ein spürbarer Gegentrend wäre laut Wüest Partner eher bei deutlich höheren langfristigen Zinsen zu erwarten.