Die Schweizer Unternehmen planen für 2027 durchschnittliche Lohnerhöhungen von 1,0 Prozent. Bei einer prognostizierten Inflation von 0,8 Prozent bleibt den Haushalten kaum zusätzliche Kaufkraft. Auch bei Neueinstellungen zeigen sich die Unternehmen zurückhaltend. Die Mehrheit der befragten Betriebe erwartet einen weitgehend stagnierenden Personalbestand.
Wohnkosten belasten die Haushalte
Für den Immobilienmarkt ist die Entwicklung besonders relevant. Mieten und Wohneigentumspreise sind in vielen Regionen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ohne spürbare Einkommenszuwächse wird es für Haushalte zunehmend schwieriger, höhere Wohnkosten zu tragen.
Besonders in den wirtschaftsstarken Regionen Zürich, Genf, Basel und Zug verschärft sich damit die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Die anhaltende Wohnungsknappheit stützt zwar die Nachfrage, doch die begrenzte Kaufkraft könnte das Mietpreispotenzial in einzelnen Marktsegmenten einschränken.
Für Projektentwickler gewinnt deshalb die Abstimmung zwischen Standort, Wohnungsgrösse, Ausbaustandard und Mietpreis an Bedeutung.
Höhere Finanzierungskosten möglich
Neben der Lohnentwicklung erwarten die Ökonomen für 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Gleichzeitig rechnet die UBS mit einer schrittweisen Erhöhung des SNB-Leitzinses von derzeit 0 auf 0,25 Prozent im März und auf 0,5 Prozent im Juni 2027.
Steigende Leitzinsen könnten insbesondere Geldmarktfinanzierungen und anstehende Refinanzierungen verteuern. Bei langfristigen Festhypotheken spielen hingegen die Erwartungen am Kapitalmarkt eine grössere Rolle.
Für Investoren und Entwickler bedeutet dies, dass Finanzierungsstruktur, Eigenkapitaleinsatz und erwartete Mieterträge sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen. Besonders bei grösseren Neubauprojekten können bereits moderate Veränderungen der Finanzierungskosten die Rendite beeinflussen.
Differenzierung bei Immobilieninvestitionen gewinnt an Bedeutung
Die Kombination aus begrenzter Kaufkraft und möglicherweise steigenden Zinsen verlangt eine differenzierte Betrachtung des Wohnimmobilienmarkts. Während preisgünstige Wohnungen aufgrund des knappen Angebots weiterhin stark nachgefragt sein dürften, könnten hochpreisige Neubauten stärker unter Druck geraten.
Für Eigentümer und institutionelle Anleger gewinnen damit langfristig tragbare Mieterträge, effiziente Gebäudekonzepte und eine realistische Einschätzung der lokalen Nachfrage an Bedeutung.
Die schwache Kaufkraftentwicklung und mögliche Zinserhöhungen erhöhen den Druck auf Immobilieninvestitionen. Entscheidend bleiben tragbare Mieten, realistische Renditeerwartungen und eine sorgfältige Standortwahl.
