Beim Projekt Valbella ist der nächste Schritt zwar formell erfolgt. Das Baugesuch für das Quartier auf dem Areal der ehemaligen Höhenklinik wurde Ende September 2026 öffentlich aufgelegt. Vorgesehen sind fünf Gebäude mit rund 150 Erstwohnungen, der Abbruch des Bestands ab 2027 und der Baustart der Neubauten ab 2028. Genau dieser Fahrplan gerät nun unter Druck.
Die Gemeinde Davos muss nach aktuellem Stand zwei Einsprachen prüfen. Eine davon richtet sich laut kommunaler Darstellung gegen Punkte wie Verkehrssicherheit, Lärm- und Lichtemissionen, Abstände, Gestaltungsvorgaben und Pflichtparkplätze. Zusätzlich verkompliziert sich der Fall durch die Bündastrasse, über die das Areal erschlossen wird und die sich in privatem Eigentum befindet.
Strasse statt Grundsatzstreit
Ein Teil des Widerstands zielt offenbar weniger auf das Wohnquartier selbst als auf offene Fragen rund um die künftige Nutzung und Sanierung der Bündastrasse. Für die Immobilienentwicklung ist das heikel, weil eine Erschliessungsfrage ein grosses Wohnprojekt zeitlich ausbremsen kann, obwohl das Baugesuch selbst bereits eingereicht ist. Die Gemeinde hält dazu fest, dass weder die heutige Strasseneigentümerin noch die Anstösserinnen und Anstösser die Sanierungskosten tragen müssten.
Auch Färbi bleibt im Verfahren hängen
Parallel stockt in Davos Platz das Färbi-Areal. Dort sollen rund 60 Erstwohnungen entstehen. Die Bündner Regierung genehmigte am 29. Januar 2026 die Teilrevision der Ortsplanung und schuf damit die planerischen Voraussetzungen für das Vorhaben. Gegen diesen Entscheid ist jedoch weiterhin eine Beschwerde hängig. Damit bleibt eines der zentralen Projekte der Davoser Wohnraumstrategie blockiert, obwohl die planungsrechtliche Grundlage auf Kantonsebene bereits vorliegt.
Für Davos ist das mehr als ein lokaler Verfahrenskonflikt. Die Wohnraumstrategie der Gemeinde stützt sich auf wenige grosse Areale, die in kurzer Zeit viele Erstwohnungen liefern sollen. Wenn ausgerechnet die beiden grössten Davoser Vorhaben mit zusammen rund 210 Wohnungen gleichzeitig in Einsprachen und Gerichtsverfahren feststecken, verschiebt sich neuer Wohnraum für Einheimische um Jahre. Beim Valbella-Projekt wäre nach einem ablehnenden Gemeindentscheid zudem ein Weiterzug ans Bündner Obergericht möglich.
