Auslöser der Bewegung ist die Entspannung an den globalen Anleihenmärkten. Nachdem Festhypotheken im dritten Quartal 2026 trotz SNB-Nullzins deutlich teurer geworden waren, drehten die Sätze seit Mitte Oktober wieder nach unten. Besonders bei längeren Laufzeiten fiel der Rückgang spürbar aus.
Richtwerte sinken über alle Laufzeiten
Der durchschnittliche Richtwert für zehnjährige Festhypotheken liegt laut der ausgewerteten Marktsätze bei 1,9 Prozent und damit 0,08 Prozentpunkte tiefer als Mitte Oktober. Fünfjährige Laufzeiten sanken auf 1,74 Prozent, dreijährige auf 1,64 Prozent und zweijährige auf 1,56 Prozent. Damit bleibt das Niveau zwar klar unter den Spitzen früherer Zinszyklen, im Vergleich zum Sommer ist die Korrektur nach oben aber noch nicht vollständig verschwunden.
Für Eigentümer mit anstehender Verlängerung ist vor allem der Abstand zwischen publizierten und effektiv bezahlten Zinsen entscheidend. Der FuW-Hypo-Index für zehnjährige Abschlüsse über die Plattform CredEx lag zuletzt bei 1,66 Prozent. Das sind 0,08 Prozentpunkte weniger als Mitte Oktober und 0,06 Prozentpunkte weniger als eine Woche zuvor. Die veröffentlichten Richtwerte lagen damit im Schnitt um 0,24 Prozentpunkte über den tatsächlichen Abschlüssen.
Spanne am Markt bleibt breit
Wer vergleicht, spart weiterhin deutlich. Bei den publizierten Angeboten lag die günstigste zehnjährige Festhypothek zuletzt bei 1,63 Prozent, während am oberen Ende 2,15 Prozent verlangt wurden. Auch bei kurzen und mittleren Laufzeiten bleiben die Unterschiede markant. Das erhöht den Druck auf Kreditnehmer nicht wegen des allgemeinen Zinsniveaus, sondern wegen der grossen Preisstreuung zwischen den Anbietern.
Zum Vergleich zeigt das Comparis-Hypobarometer für das dritte Quartal 2026, wie abrupt der Markt zuvor nach oben gedreht hatte. Ende September lagen die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken noch bei 2,07 Prozent. Die jüngste Gegenbewegung federt diesen Anstieg teilweise ab, sie löscht ihn aber nicht aus. Wer in den nächsten Wochen refinanzieren muss, profitiert deshalb vor allem dann, wenn Offerten aktiv verhandelt und mehrere Anbieter gegeneinander gestellt werden.
