Berns Wohnungsmarkt bleibt extrem eng

351 leer stehende Wohnungen reichen in Bern weiter nicht einmal für einen minimalen Puffer. Per 1. Juni 2026 verharrte die Leerwohnungsziffer bei 0,44 Prozent, obwohl der Wohnungsbestand bis Ende 2025 auf 79’797 Einheiten gestiegen war und Neubauten bereits vollständig absorbiert wurden.

August 2026

Der zusätzliche Bestand hat die Lage nicht gelöst. Obwohl die Stadt Bern per 31. Dezember 2025 insgesamt 79’797 Wohnungen zählte, standen am 1. Juni 2026 erneut nur 351 Wohnungen leer. Damit blieb die Reserve auf einem Niveau, das klar unter der 1-Prozent-Marke liegt, unter der üblicherweise von Wohnungsnot gesprochen wird.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Verteilung. Unter den leer stehenden Objekten dominierten Dreizimmerwohnungen mit 165 Einheiten, dazu kamen 95 Zweizimmer- und 51 Vierzimmerwohnungen. Gleichzeitig waren 54 der 351 erfassten Wohnungen am Stichtag bereits für einen späteren Zeitpunkt vermietet. Der sofort verfügbare Bestand fiel also nochmals kleiner aus.

Neubauten schaffen keinen Puffer
Die Erhebung zeigt auch, wie rasch neuer Wohnraum vom Markt aufgenommen wird. Neubauten waren vollständig vermietet. Für Projektentwickler, Eigentümer und die Stadt heisst das, dass selbst zusätzlicher Bau die Knappheit derzeit nicht sichtbar entschärft. Die Quote blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert und bewegt sich seit 2023 praktisch nicht mehr vom Fleck.

Stadtteile driften auseinander
Räumlich verteilt sich die Leere deutlich ungleich. In der Inneren Stadt wurden nur 23 unbewohnte Wohnungen gezählt. Im Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen waren es 92. Auch die Bauperioden zeigen, dass der Leerstand kein reines Altbauphänomen ist. 129 leer stehende Wohnungen stammen aus der Zeit vor 1947, 222 aus den Jahren 1947 bis 2023.

Kaum Entlastung in Sicht
Für den Berner Wohnungsmarkt ist das ein hartnäckiges Signal. Der Bestand wächst, doch freie Wohnungen bleiben äusserst rar. Solange Neubauten ohne Leerstand absorbiert werden und selbst der statistische Leerbestand teilweise bereits wieder vergeben ist, bleibt der Druck auf Vermietung, Wohnbaupolitik und neue Projekte hoch.

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