Im aktuell noch gültigen Richtplan von 2009 wurde das Ziel festgelegt, die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Luzern entlang der attraktivsten Verkehrslagen räumlich zu konzentrieren: Damit wurde der Grundstein für die kantonalen Entwicklungsschwerpunkte (ESP) gelegt – Gebiete mit hohem Potenzial an günstig gelegenen Orten. Voraussetzung für die Weiterentwicklung der ESP ist die Optimierung der Verkehrserschliessung: Denn nur da, wo Flächen schnell und aus verschiedenen Richtungen unkompliziert zugänglich sind, können sich Unternehmen niederlassen und langfristig erfolgreich wirtschaften. Das betrifft auch den öffentlichen Verkehr: So legt der Kanton Luzern nebst dem Ausbau von Strassen einen wichtigen Fokus auf die nachhaltige Mobilität, um nicht zuletzt auch den klimapolitischen Zielen gerecht werden zu können.
Die kantonalen Entwicklungsschwerpunkte sind das zentrale Verbindungsstück zwischen Standortförderung und Raumplanung. Weiterentwickelt werden sie im Verbund von Kanton, Regionen und Gemeinden. Auch die Wirtschaftsförderung Luzern engagiert sich für eine zukunftsgerichtete weitere Ausgestaltung der ESP. Das gemeinsame Ziel: Sämtliche Entwicklungsschwerpunkte sollen sich durch verfügbare, attraktive Flächen mit einem spezifischen Vermarktungsprofil auszeichnen. Das Gebietsmanagement des jeweiligen Entwicklungsschwerpunkts legt dessen Basis zusammen mit den Grundeigentümern und Investoren fest.
Nebst den kantonalen Entwicklungsschwerpunkten sind im Richtplan drei strategische Arbeitsgebiete (SAG) festgelegt. Dabei handelt es sich um zusammenhängende grössere Flächen mit einer Grösse zwischen 10 und 30 Hektaren. Für die Nutzung der Flächen sind klare Kriterien festgelegt: Sie sind ausschliesslich Unternehmen vorbehalten, die besonders wertschöpfungsstark sind, sowie Immobilienprojekten. Die Entwicklung der SAG erfolgt in enger Abstimmung zwischen dem Kanton Luzern, der jeweiligen Gemeinde und der Wirtschaftsförderung Luzern.
Wirtschaftsflächen in der Stadtregion Luzern
ESP Luzern Ost
Der ESP LuzernOst besteht aus den 3 Teilgebieten Rontal, Perlen und Schachen. Hier leben rund 31’000 Menschen, weitere 19’500 arbeiten hier. Strategisch an der Achse Luzern-Zug-Zürich gelegen, ist die Region optimal an wichtige wirtschaftliche Zentren angeschlossen. Es ist ein Zukunftsraum, dynamisch und mit grossem Potenzial. Die Transformation ist in vollem Gange: In den nächsten Jahren entstehen hier schrittweise etwa 9’000 neue Wohnungen und rund 6’000 Arbeitsplätze.
ESP LuzernSüd
Urban, kreativ, nachhaltig: LuzernSüd liegt eingebettet zwischen Sonnenberg, Biregghügel und der Horwer Halbinsel am Fusse des Pilatus. Das Gebiet umfasst Teile der Gemeinden Kriens, Horw und Luzern. In den nächsten 20 Jahren entstehen in diesem vielfältigen Siedlungsgebiet schrittweise Wohnungen und Arbeitsplätze für 10’000 bis 15’000 Personen. LuzernSüd ist mit sämtlichen Verkehrsmitteln optimal erschlossen und stösst mit urbaner Qualität und dem Velo-Highway «Freigleis» auf Begeisterung.
ESP Luzern Bahnhof
Der ESP Luzern Bahnhof ist zugleich touristisches Schwerpunktgebiet als auch regional bedeutsame Verkehrsdrehscheibe. Er liegt komplett auf dem Boden der Stadt Luzern. Die Entwicklung geht einher mit derjenigen des Durchgangsbahnhof Luzern. Der Raum rund um den Bahnhof wird durch einmalige städtebauliche Chancen eine neue Prägung erhalten. Im Gebiet Rösslimatt wurden bereits mehrere Gebäude realisiert, unter anderem mit den beiden Ankernutzer der Hochschule Luzern und dem internationalen Pharma-Unternehmen MSD.
ESP LuzernNord
LuzernNord besteht aus den Teilgebieten Seetalplatz. Seetalstrasse, Littauerboden und Ibach. Der auf Gemeindegebiet von Emmen und Luzern liegende Stadtteil LuzernNord wurde als SmartCity konzipiert. Hier leben und arbeiten die Menschen in einem modernen, ökologischen und lebhaften Zentrum direkt an den Ufern von Kleine Emme und Reuss. Schrittweise entstehen hier in den kommenden Jahren 1500 neue Wohnungen, 4000 zusätzliche Arbeitsplätze und 850 Studienplätze der Hochschule Luzern. Auch der Kanton Luzern wird hier in den nächsten Monaten sein neues zentrales Verwaltungsgebäude beziehen.
ESP Rothenburg Station
Mit seiner attraktiven Lage am nördlichen Rand der Stadtregion Luzern und dem frisch erweiterten Bahnhof Rothenburg Station ist dieser ESP optimal an den Verkehr angeschlossen und entwickelt sich zum modernen und nachhaltigen Arbeitsplatzgebiet. Es ist ein Chancenort, welcher partnerschaftlich im Rahmen der ESP-Entwicklung weiter Kraft gewinnt.
Regionen Sursee, Seetal, Willisau und Wiggertal
ESP Sursee
Der ESP Sursee besteht aus dem ESP Sursee Nord und dem ESP Sursee Zentrum. Nebst Sursee zählen die Gemeinden Schenkon und Oberkirch dazu. Das Gebiet ist längst zum modernen kleinstädtischen Zentrum am Sempachersee geworden. Die Stadt Sursee gilt als attraktiver Unternehmensstandort: Davon zeugen zahlreiche angesiedelte Unternehmen, die von der perfekten Anbindung an Schiene und Strasse profitieren.
ESP Reiden / Wikon
Mit der eigenen Autobahnausfahrt zur A2 und der unmittelbaren Nähe zur Ost-West-Verbindung A1 sind die Gemeinden Wikon und Reiden verkehrstechnisch bestens erschlossen. Diese Lage sowie das industrie- und gewerbefreundliche Umfeld machen den ESP sehr attraktiv für landesweit tätige Unternehmen.
ESP Dagmersellen
Der verkehrstechnisch hervorragend erschlossene ESP Dagmersellen – mit unmittelbarer Nähe zur A2 und dem Bahnhof in Fussdistanz – ist geprägt von grossen industriellen Unternehmen und verfügt zudem über ein vielfältiges Lager- und Logistikangebot. Das Erweiterungspotenzial ist bemerkenswert gross.
ESP Willisau
Dieser ESP liegt ausschliesslich in der Stadt Willisau und ist eingebettet in den ländlichen Raum, nahe des Zentrums und des Bahnhofs von Willisau. Hier haben sich kleine und mittelgrosse Gewerbe- und Industriebetriebe unterschiedlicher Branchen niedergelassen. Es gibt noch Baulandreserven, und städtebauliche Entwicklungen sind im Gang. Im Rahmen der laufenden Erarbeitung des «Gesamtkonzepts nachhaltige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung ESP Willisau» verfolgen Kanton, die Region Luzern West und die Stadt Willisau das Ziel, Willisau als ländliches Zentrum und wirtschaftliches Rückgrat der Region weiter zu stärken.
ESP Hochdorf / Römerswil
Hochdorf ist das regionale Zentrum des Luzerner Seetals. Hier trifft eine hohe landschaftliche Qualität auf spannende Unternehmen. Insbesondere die Industrie hat sich im Laufe der Zeit hier niedergelassen: Auch heute noch ist das Seetal die Luzerner Region mit dem höchsten Anteil im zweiten Sektor. Hier gibt es vielfältige Baulandreserven. Momentan legen der Kanton und die Gemeinden zusammen mit den Grundeigentümerinnen und -eigentümern die angestrebte Entwicklung für die einzelnen Gebiete fest und stimmen ihre weiteren Planungen darauf ab. Zudem verfügt die Gemeinde Hochdorf mit dem Südi-Areal über einen Ortsteil mit hohem Entwicklungspotential und Chancen für einen prosperierenden Ort der Zukunft.
ESP Dagmersellen
Der verkehrstechnisch hervorragend erschlossene ESP Dagmersellen – mit unmittelbarer Nähe zur A2 und dem Bahnhof in Fussdistanz – ist geprägt von grossen industriellen Unternehmen und verfügt zudem über ein vielfältiges Lager- und Logistikangebot. Das Erweiterungspotenzial ist bemerkenswert gross.
Strategie Arbeitsgebiete
SAG Sempach
Das SAG Honrich befindet sich direkt an der Autobahn. Es eignet sich zur Ansiedlung wertschöpfungsintensiver Betriebe, welche die ausserordentliche Lagequalität zu schätzen wissen. Das mit dem Wakkerpreis ausgezeichnete Städtchen Sempach liegt in Fussdistanz und überzeugt mit seiner hohen Lebensqualität direkt am Sempachersee.
SAG Reiden
Das SAG Mehlsecken liegt eingebettet zwischen den Städten Basel, Bern, Luzern und Zürich, im Kreuz der beiden das Land durchquerenden Autobahnen A2 und A1. Direkt neben dem Areal liegt der Autobahnanschluss Reiden. Das rund 20 ha umfassende Land bietet strategische Entwicklungsmöglichkeiten für ein wertschöpfungsstarkes Unternehmen, welches die Lagegunst und das hohe Potenzial für den nächsten Schritt nutzen möchte.
SAG Inwil
Das SAG Schweissmatt ist das grösste strategische Arbeitsgebiet im Kanton und erstreckt sich über rund 30 ha. Es eignet sich auf Grund der isolierten Lage optimal für besondere strategische Nutzungen im öffentlichen Interesse.
Arealentwicklung im Kanton Luzern – Chance für Unternehmen und Investoren
Gut ausgebaute und einfach erreichbare Flächen sind ein gewichtiger Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Luzern – sie bieten Chancen für Unternehmen sowie für Investoren. Im kantonalen Richtplan setzt der Kanton Luzern auf festgelegte grossflächige Arbeitsplatzgebiete mit grossem Potenzial zur Weiterentwicklung.
