Der Widerspruch ist gewollt. Auf Vermarktungsplattformen wird an der Hauptstrasse 58 bereits eine neue Logistik- und Gewerbeimmobilie angeboten, obwohl der heutige Industriestandort weiterhin von der Rosta AG genutzt wird. Genau das erklärt die Projektlogik. Vorgesehen ist eine etappierte Entwicklung auf rund 19’800 Quadratmetern Land direkt bei der A1, zuerst mit einem Neubau für den bestehenden Nutzer und erst danach mit dem Ersatz der heutigen Produktionshalle.
Damit schiebt ein Immobilienfonds die Transformation des Areals an, ohne den laufenden Betrieb sofort abzuräumen. In den Unterlagen des Fonds wird Hunzenschwil als Entwicklungsprojekt im Bereich Logistik und Produktion geführt. Das Investitionsvolumen liegt bei 45 bis 50 Millionen Franken. Genannt werden rund 20’250 Quadratmeter Mietfläche, eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage und eine angestrebte DGNB-Gold-Zertifizierung.
Inserat geht weiter als der Baufortschritt
Online ausgeschrieben sind bis zu 12’000 Quadratmeter Nutzfläche mit Verfügbarkeit ab 1. April 2030. Das Inserat nennt eine Single-Tenant-Option, eine Grundstücksfläche von 19’800 Quadratmetern sowie eine zweigeschossige Variante mit rund 11’600 Quadratmetern Hallenfläche plus etwa 400 Quadratmetern Büro- und Sozialflächen. Hinzu kommen acht Überladebrücken, zwei ebenerdige Tore und zwei Warenlifte mit je fünf Tonnen Tragkraft.
Diese Vermarktung liegt zeitlich hinter den früher publizierten Fondsangaben, die für das Projekt noch eine Fertigstellung im Frühjahr 2028 nannten. Im aktuelleren Factsheet per 30. Juni 2025 heisst es nur noch, die Planungen in Hunzenschwil liefen weiterhin planmässig. Für den Markt ist das ein klares Signal, dass die Vermietung erst deutlich später greifen soll als es die erste Projektkommunikation erwarten liess.
Rosta bleibt vorerst im Spiel
Die Rosta AG ist laut UID-Register weiterhin an der Hauptstrasse 58 in Hunzenschwil domiziliert. Auch die Fondsunterlagen gehen davon aus, dass der heutige Nutzer Teil der Standortlösung bleibt. Gerade deshalb ist der Fall für Entwickler und Eigentümer interessant. Das Areal wird nicht frei gezogen und neu überbaut, sondern unter laufender Nutzung in ein standardisierteres Logistikprodukt überführt.
Offen bleibt damit weniger das Ob als das Wann. Solange die erste Bauphase für den bestehenden Nutzer nicht umgesetzt ist, bleibt die grosse Logistikhalle ein Folgeprojekt. Dass sie schon heute mit einem Bezug ab 1. April 2030 am Markt getestet wird, zeigt vor allem eines. Der Standort Hunzenschwil soll im Logistikkorridor an der A1 frühzeitig auf die Landkarte grosser Flächennachfrager rücken.
