Hohe Mieten drängen mehr Haushalte zum Umzug

23,4 Prozent der Mieterhaushalte in der Schweiz halten nach einer neuen Wohnung Ausschau oder wollen rasch umziehen. Im Immo-Barometer 2026 wird der Mietzins mit 81 Prozent so wichtig wie nie zuvor, doch bezahlbar allein genügt vielen Haushalten längst nicht mehr.
Schweiz 3 Leseminuten
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Hohe Mieten drängen mehr Haushalte zum Umzug

Darum gehts

KI-generiert
  • 23,4 Prozent der Mieterhaushalte suchen eine andere Wohnung.
  • Für 81 Prozent ist der Mietzins heute ausschlaggebend.
  • Trotz Kostendruck bleiben Platz, Komfort und Lage wichtig.

Der neue Schub kommt vor allem aus dem diffusen Suchmodus. Der Anteil jener Mieterhaushalte, die keine feste Umzugsabsicht haben, aber den Markt beobachten, stieg laut Immo-Barometer 2026 auf 39,8 Prozent nach 37,3 Prozent im Vorjahr. Das deutet auf einen Markt, in dem steigende Wohnkosten den Suchdruck erhöhen, ohne dass für viele sofort realistische Alternativen verfügbar sind.

Für die Wohnungswirtschaft ist das mehr als ein Stimmungsbild. Wenn 81 Prozent der Mietenden den Mietzins als ausschlaggebendes Kriterium nennen, verengt sich der Spielraum bei Flächen, Grundrissen und Lagen. Gleichzeitig bleiben Komfort und Platz hoch gewichtet. Rund 58 Prozent bezeichnen das Platzangebot als ausschlaggebend, mehr als die Hälfte den allgemeinen Komfort. Wer Wohnungen entwickelt, saniert oder vermarktet, trifft damit auf deutlich kostenbewusstere Haushalte, die bei der Qualität trotzdem kaum abrüsten.

Kostendruck trifft Wohnanspruch
Der Bedeutungsgewinn des Mietzinses läuft parallel zum Anstieg der Angebotsmieten. Wüest Partner beziffert den Zuwachs des hedonischen Angebotsmietpreisindex seit 2021 auf rund 18 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Mietenden, für die der Mietzins bei der Suche ausschlaggebend ist, von 53 auf 81 Prozent. Der Preis entscheidet damit immer stärker darüber, welche Wohnfläche überhaupt finanzierbar ist und in welchen Teilmärkten gesucht wird.

Neben dem Mietzins zählen weiterhin konkrete Wohnungseigenschaften. Balkon und Grundriss werden jeweils von knapp der Hälfte der Befragten als ausschlaggebend bezeichnet. Auffällig ist auch der steigende Wunsch nach einer eigenen Waschmaschine. Was vor wenigen Jahren für viele noch zweitrangig war, ist inzwischen für eine klare Mehrheit wichtig. Der Markt muss also bezahlbare Angebote liefern, ohne die alltagsrelevante Ausstattung auszudünnen.

Hitze und Pendelweg rücken vor
Auch bei der Lage verschieben sich die Prioritäten. Die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr bleibt das wichtigste Lagekriterium. Gleichzeitig gewinnt der Arbeitsweg wieder an Gewicht. 2021 war er für 23 Prozent der Befragten ausschlaggebend, 2026 liegt dieser Anteil wieder bei über 40 Prozent. Ebenso wird Umgebungslärm kritischer beurteilt, während Ruhe und Grün stärker zählen.

Spürbar aufgewertet hat sich zudem der sommerliche Wohnkomfort. Der Anteil der Mietenden, die die Innentemperatur in den Sommermonaten als ausschlaggebend einstufen, stieg von rund 20 Prozent im Jahr 2021 auf über 30 Prozent im Jahr 2026. Für Eigentümer und Bestandshalter verschiebt sich damit der Fokus. Hitzetaugliche Gebäude, funktionale Grundrisse und bezahlbare Mieten werden immer stärker zusammen gedacht werden müssen.