Wohneigentum in der Schweiz wird weiter abgehängt

Die OECD schlägt Alarm. Während sich die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland und Frankreich seit 2021 spürbar verbessert hat, steigt das Preis-Einkommen-Verhältnis in der Schweiz weiter. Für viele Haushalte wird der Kauf damit zum Ausweichmanöver statt zur realistischen Option.

Schweiz, September 2026

Der OECD-Bericht vom 15. September 2026 setzt den Hebel bei der Ursache an. Die Organisation sieht anhaltende Spannungen am Schweizer Wohnungsmarkt und fordert, das Angebot reaktionsfähiger zu machen. Genannt werden vor allem Unsicherheiten in der Nutzungsplanung, bei Bewilligungsverfahren, in der Mietregulierung und bei der Immobilienbesteuerung.

Die Preisbewegung läuft derweil weiter. Das Bundesamt für Statistik meldete Ende Juli für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg des Wohnimmobilienpreisindex um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eigentumswohnungen verteuerten sich innert eines Quartals um 1,6 Prozent, während Einfamilienhäuser leicht um 0,4 Prozent nachgaben.

Tragbarkeit kippt in die Peripherie
Für Durchschnittshaushalte wird der Markt damit enger. UBS hält in ihrem Real Estate Focus 2026 fest, dass ein hochwertiges 100-Quadratmeter-Eigentum für einen Haushalt mit lokalem Medianeinkommen nur noch in 17 Prozent aller Gemeinden finanzierbar ist. Selbst bei einem durchschnittlichen Objekt steigt dieser Anteil nur auf 34 Prozent. Kaufinteresse weicht deshalb zunehmend in günstigere Lagen ausserhalb der grossen Zentren aus.

Der Trend ist nicht neu, aber er verschärft sich. Laut UBS stiegen Hauspreise in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt um 3,2 Prozent pro Jahr, die Haushaltseinkommen jedoch nur um 1 Prozent. Genau diese Schere beschreibt auch das von der OECD hervorgehobene Preis-Einkommen-Verhältnis. Die Schweiz hebt sich dabei von grossen Nachbarländern ab, in denen sich die Erschwinglichkeit nach 2021 wieder verbessert hat.

Zu wenig Neubau verschärft den Druck
Auf der Angebotsseite bleibt Entlastung knapp. UBS verweist für 2025 auf nur 5’100 bewilligte Einfamilienhäuser und 11’200 Eigentumswohnungen. Das sind weniger als halb so viele Bewilligungen wie vor 20 Jahren. Solange die Produktion nicht deutlich anzieht, dürfte Wohneigentum in der Schweiz weiter teurer werden als es die Einkommen der Haushalte auffangen können.

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