Wohnbau treibt Fondsgewinn nach oben
Mehr Mietertrag, weniger Leerstand und 80 Millionen Franken frisches Kapital. Der Immobilienfonds Immo Helvetic hat im ersten Halbjahr 2026 operativ zugelegt, obwohl im Berichtszeitraum keine Zukäufe erfolgten. Der Schub kommt aus laufenden Wohnbau- und Sanierungsprojekten.
Der Wachstumsschub fiel diesmal nicht aus Zukäufen an, sondern aus der eigenen Pipeline. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Immo Helvetic den Nettogewinn auf 23,9 Millionen Franken nach 22,6 Millionen im Vorjahr. Die Mieteinnahmen kletterten um 4,8 Prozent auf 36 Millionen Franken, während die Leerstandsquote auf 4,3 Prozent von zuvor 5,0 Prozent sank.
Zum Halbjahresende belief sich das Gesamtvermögen auf 1,9 Milliarden Franken, ein Plus von 1,4 Prozent. Auffällig ist der operative Mechanismus hinter diesen Zahlen. Im Berichtszeitraum wurden keine Transaktionen gemeldet. Das Wachstum stützt sich damit auf fertiggestellte, laufende und sanierte Objekte im eigenen Bestand.
Wohnprojekte liefern den Hebel
In Reiden wurde der Bau von zwei Wohngebäuden mit insgesamt 21 Wohnungen abgeschlossen. In Marly läuft ein weiteres Bauprojekt. In Bulle starteten im ersten Halbjahr die Arbeiten an einer Wohnanlage mit 253 Wohnungen. Parallel dazu kommen Sanierungen voran, was Vermietung und Ertragsbasis zusätzlich stabilisiert.
Für die Immobilienbranche ist das mehr als eine saubere Semesterbilanz. Der Fonds zeigt, dass Wertschöpfung im aktuellen Marktumfeld auch ohne sofortige Akquisitionen möglich ist, wenn die Entwicklungspipeline greift und Leerstände gleichzeitig sinken. Gerade bei Wohnnutzungen bleibt die Kombination aus Baufortschritt und Vermietungsleistung ein zentraler Ertragstreiber.
Kapital für die nächste Ausbauphase
Zusätzlichen Spielraum brachte die 20. Kapitalerhöhung vom Mai 2026. Laut veröffentlichter Mitteilung flossen dem Fonds 80,0 Millionen Franken zu. Gezeichnet wurden 400’000 neue Anteile zu 200 Franken, der erste Handelstag an der SIX war der 29. Mai 2026. Das Kapital ist für die Weiterentwicklung des Portfolios vorgesehen und soll laufende Neubauprojekte sowie weitere Akquisitionen stützen.
Damit rückt die zweite Jahreshälfte vor allem unter eine Frage. Wie schnell lassen sich die laufenden Projekte in zusätzliche Mieterträge übersetzen. Genau daran wird sich zeigen, ob der operative Vorsprung aus dem ersten Halbjahr in ein noch breiteres Wachstum übergeht.