Herisau zieht den Casinopark neu auf

Im Zentrum von Herisau liegt ein heikler Umbauplan auf dem Tisch. Im Casinopark sollen Wohnungen, eine öffentliche Tiefgarage mit 56 Plätzen, eine private Garage mit 52 Plätzen und eine neue Parkanlage möglich werden. Doch erst Mitwirkung, Umzonung und Einwohnerrat entscheiden, ob das Projekt trägt.

August 2026

Der nächste Schritt ist planungsrechtlich entscheidend. Für das Gebiet Casinopark, Wyburg und Sonnegg läuft die öffentliche Mitwirkung zu Teilzonenplan und Überbauungsplan. Grundlage ist ein überarbeitetes Projekt, an dem die Gemeinde Herisau und die private Eigentümerschaft seit Jahren arbeiten.

Vorgesehen ist eine gebündelte Entwicklung aus drei Bausteinen. Geplant sind ein Mehrfamilienhaus mit rund 18 Wohnungen zwischen Wyburg und Villa Sonnegg, die Neugestaltung des Casinoparks sowie zwei separate Tiefgaragen. Die öffentliche Garage soll 56 Parkplätze aufnehmen, die private 52. Gerade diese Trennung der Zufahrten war in den vergangenen Jahren ein zentraler Anpassungspunkt der Planung.

Zufahrten wurden zum Knackpunkt
Die Gemeinde hatte den Projektwettbewerb für die Aufwertung des Casinoparks bereits 2020 gestartet. Später zeigte sich, dass zusätzliche Abklärungen nötig waren. Laut einer Publikation der Gemeinde aus dem Februar 2026 sollen die private und die öffentliche Tiefgarage neu getrennte Zufahrten erhalten. Die private Garage wird über die bestehende Rampe bei der Wyburg erschlossen. Wegen dieser Änderung wurde auch das Verkehrsgutachten für den Bereich Poststrasse und Wyburgweg angepasst.

Politisch ist noch nichts durch
Für die Immobilienpraxis ist entscheidend, dass die drei Teilprojekte nicht zwingend gleichzeitig umgesetzt werden müssen. Gleichzeitig ist das Vorhaben noch nicht baureif. Nach der Mitwirkung werden die Planungsinstrumente überarbeitet und anschliessend öffentlich aufgelegt. Erst danach erlässt der Einwohnerrat die Vorlagen. Diese unterstehen zudem dem fakultativen Referendum. Auch die Kosten der öffentlichen Tiefgarage und der Parkaufwertung sind nach heutigem Stand noch nicht abschliessend festgelegt.

Umzonung öffnet den Weg
Planerisch ist das Projekt nur mit Umzonungen möglich. Die Parkanlage soll neu der Grünzone im Baugebiet zugewiesen werden. Die heutige Baulücke zwischen Wyburg und Villa Sonnegg soll von der Wohnzone W2 in die Kernzone K3 wechseln. Damit wird aus einer seit Jahren diskutierten Idee erst dann ein realisierbares Zentrumsvorhaben, wenn Politik, Planung und Erschliessung gleichzeitig halten.

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