Frauenfeld zieht die Innenstadt auf links

Sechs Strassenabschnitte in der Frauenfelder Innenstadt gehen in die öffentliche Auflage. Der 2022 bewilligte Rahmenkredit von 11,3 Millionen Franken hält, doch der Umbau läuft gestaffelt bis mindestens 2030 und greift tief in Verkehr, Freiraum und Aufenthaltsqualität ein.

August 2026

Vom 10. August bis zum 2. September 2026 liegen in Frauenfeld die Projekte für Freie-Strasse, Rathausplatz, Rheinstrasse, Promenade, Zürcherstrasse-Vorstadt und Ringstrasse öffentlich auf. Damit rückt die nächste konkrete Bauetappe für das Stadtzentrum näher, nachdem die Stimmberechtigten 2022 bereits einen Rahmenkredit von 11,3 Millionen Franken bewilligt hatten.

Im Kern geht es um mehr als neue Beläge. Die Stadt und der Kanton ordnen zentrale Verkehrsachsen und Aufenthaltsräume gleichzeitig neu, mit mehr Platz für Fuss- und Veloverkehr, hindernisfreien Bushaltestellen, zusätzlichen Grünflächen und einer Verkehrsführung, die die Erreichbarkeit für Gewerbe, Autos und Blaulichtorganisationen sichern soll.

Erster Baustart ab 2027
Vorbehältlich Rechtsmittelverfahren soll als erstes die Zürcherstrasse in der Vorstadt von 2027 bis 2028 umgesetzt werden. Freie-Strasse, Rheinstrasse, Rathausplatz und Ringstrasse sind für 2028 bis 2029 vorgesehen. Die Promenade folgt ab 2030. Für Eigentümer, Detailhandel und Gastronomie in der Innenstadt heisst das, dass die Aufwertung nicht in einem Zug kommt, sondern über mehrere Jahre abschnittsweise in den laufenden Betrieb eingreift.

Mehr Grün bei engeren Spielräumen
Besonders sichtbar wird der Umbau an der Promenade. Dort sollen die bestehenden Bäume ersetzt und um eine dritte Baumreihe ergänzt werden. Dazu kommen Entsiegelungen und flexiblere Aufenthaltsbereiche. Auch an anderen Abschnitten setzt Frauenfeld auf zusätzliche Bäume, neue Platzsituationen, Fassadenbegrünungen oder aufgewertete Querungen. Das verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Nutzbarkeit der öffentlichen Räume vor Ladenflächen, Gastrobetrieben und historischen Gebäuden.

Parkplätze bleiben ein Streitpunkt
Die Planungen reagieren erkennbar auf den klassischen Zielkonflikt in Innenstädten. Einerseits sollen Begegnungszonen, Grünräume und sichere Querungen entstehen. Andererseits hält die Stadt fest, dass Parkierung, Anlieferung und Erreichbarkeit für das Gewerbe erhalten bleiben müssen. In der Freie-Strasse ist deshalb eine teilweise Verschiebung und Neuanordnung der Parkplätze vorgesehen, an der Rheinstrasse eine ausgewogene Mischung aus Anlieferung, Parkierung, Bänken, Veloabstellplätzen und Motorradparkplätzen.

Bundesgelder erhöhen den Takt
Die Innenstadtprojekte sind Teil des Agglomerationsprogramms. Für Frauenfeld ist das mehr als ein Nebenaspekt, weil für die Aufwertung der Innenstadt Bundesbeiträge für Verkehrsinfrastrukturen bereitstehen. Der Finanzrahmen bleibt laut Stadt trotz Kostenverschiebungen zwischen den einzelnen Strassenzügen insgesamt im vorgesehenen Rahmen.

Weitere Artikel