Nach den aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) stieg der Landesindex der Konsumentenpreise im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent auf 101,7 Punkte. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Teuerung von 1,0 Prozent im September auf 1,5 Prozent im Oktober. Damit fiel der Anstieg stärker aus als von vielen Ökonomen erwartet.
Verantwortlich dafür sind insbesondere die höheren Preise für Heizöl, Benzin und Diesel. Erdölprodukte verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 40 Prozent. Die Kerninflation, welche die schwankungsanfälligen Energiepreise und weitere volatile Komponenten ausklammert, blieb dagegen mit 0,5 Prozent unverändert.
Hypothekarzinsen bereits im Aufwärtstrend
Für den Immobilienmarkt stellt sich vor allem die Frage, welche Auswirkungen die höhere Inflation auf die Zinsentwicklung hat. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte ihren Leitzins im September bei 0 Prozent belassen. Mit einer Inflationsrate von 1,5 Prozent befindet sich die Teuerung weiterhin innerhalb des von der SNB definierten Bereichs der Preisstabilität von 0 bis 2 Prozent.
Allerdings sind die langfristigen Hypothekarzinsen bereits vor der jüngsten Inflationsmeldung gestiegen. Gemäss dem Comparis-Hypothekenbarometer erhöhten sich die Richtsätze für zehnjährige Festhypotheken im dritten Quartal 2026 von 1,77 auf 2,07 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Kapitalmarktzinsen und gestiegene Refinanzierungskosten der Banken.
Sollte die Inflation länger auf erhöhtem Niveau verharren, könnte dies den geldpolitischen Handlungsspielraum der Nationalbank einschränken. Für Immobilienkäufer, Projektentwickler und Investoren würde eine weitere Verteuerung langfristiger Finanzierungen die Wirtschaftlichkeitsberechnungen beeinflussen.
Betriebskosten und Mieten im Fokus
Steigende Energiepreise wirken sich auch auf die Bewirtschaftung von Liegenschaften aus. Besonders Gebäude mit fossilen Heizsystemen sind von höheren Heizkosten betroffen. Für Eigentümer und Bewirtschafter gewinnen damit Energieeffizienz, Sanierungen und die langfristige Betriebskostenplanung weiter an Bedeutung.
Bei den Wohnungsmieten ist die Situation differenzierter. Der hypothekarische Referenzzinssatz liegt weiterhin bei 1,25 Prozent. Höhere Konsumentenpreise führen deshalb nicht automatisch zu steigenden Bestandesmieten. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen kann die Teuerung bei gewöhnlichen Mietverhältnissen jedoch teilweise berücksichtigt werden.
Investoren müssen genauer kalkulieren
Für institutionelle und private Immobilieninvestoren entsteht ein Spannungsfeld. Einerseits können Immobilien langfristig einen gewissen Schutz vor Geldentwertung bieten. Andererseits belasten steigende Finanzierungskosten und Betriebsausgaben die Rendite, sofern sie nicht durch entsprechende Erträge oder Effizienzgewinne ausgeglichen werden.
Die aktuelle Entwicklung ist deshalb noch kein Signal für eine unmittelbar bevorstehende Zinswende. Die weiterhin tiefe Kerninflation spricht gegen einen breit abgestützten Preisauftrieb. Entscheidend wird sein, ob sich der Energieschub in den kommenden Monaten abschwächt oder auf weitere Wirtschaftsbereiche überträgt.
Für die Immobilienwirtschaft bleibt die Zinsentwicklung damit ein zentraler Beobachtungspunkt. Gerade bei anstehenden Refinanzierungen, grösseren Bauvorhaben und Immobilienankäufen dürfte eine vorsichtige Kalkulation wichtiger werden.
