Der Bundesrat hat am 22. April 2026 einen Bericht mit Massnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus verabschiedet und das UVEK beauftragt, bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage auszuarbeiten. Geplant ist unter anderem, den Wohnungsbau in Verbindung mit der Siedlungsentwicklung nach innen als nationales Interesse im Raumplanungsgesetz zu verankern. Der politische Druck auf Verdichtung steigt damit sichtbar.
Gerade im Bestand zeigt sich jedoch, warum technische Machbarkeit und planerische Instrumente allein nicht reichen. Wo Eigentümer, Investoren, Gemeinden, Gewerbe und Anwohnerschaft mit unterschiedlichen Zielen aufeinandertreffen, kippen Konflikte oft erst spät. Für Areale und Quartiere bedeutet das längere Verfahren, unsichere Investitionsfenster und höhere Risiken in der Umsetzung.
Vom Positionskampf zur Umsetzung
Stadtentwicklung scheitert selten an fehlenden Konzepten. Häufig blockiert ein anderer Mechanismus. Beteiligte verhandeln über sichtbare Positionen, obwohl dahinter ganz andere Interessen stehen, etwa Erreichbarkeit, Frequenz, Rendite, Wohnqualität oder politische Akzeptanz. Bleiben diese Interessen unausgesprochen, verengt sich die Debatte auf einen Verteilkampf. Erst wenn Bedürfnisse offengelegt und gegeneinander abgewogen werden, entstehen belastbare Optionen für Nutzung, Etappierung, Erschliessung und öffentliche Mehrwerte.
Dieser Aushandlungsdruck nimmt zu, weil Innenentwicklung in bestehenden Siedlungen stattfindet und damit direkt in gewachsene Nutzungen, Eigentumsverhältnisse und lokale Erwartungen eingreift. Der Bund verweist selbst auf Einsprachen und Rekurse als Verzögerungsfaktoren bei Wohnbauprojekten. Wer Verdichtung voranbringen will, muss deshalb nicht nur planen, sondern Konflikte früher erkennen, Verhandlungsspielräume öffnen und Rollen sauber klären.
Urban Management wird zur Kernkompetenz
Genau hier setzt das CAS in Urban Management am CUREM der Universität Zürich an. Der Studiengang wird seit 2018 angeboten, umfasst 15 ECTS und ist in die drei Kurse Urban Economics, Urban Development und Urban Leadership gegliedert. Er richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Gemeinde- und Stadtentwicklung, Raumplanung und Immobilienwirtschaft, die Transformationsprozesse über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg steuern müssen.
Für die Immobilienbranche ist das kein weiches Zusatztalent. Wenn Verdichtung politisch forciert wird und Verfahren zugleich unter Zeitdruck stehen, steigt der Wert von Akteuren, die Interessen übersetzen, Optionen verhandeln und Projekte im Bestand durch komplexe Konstellationen führen können. Innenentwicklung braucht damit mehr als Planungssicherheit. Sie braucht Führung, bevor Projekte an ihren eigenen Konflikten hängen bleiben.
