Miami jagt den nächsten Rekordturm

In Brickell soll ein 279 Meter hoher Wohnturm mit mehr als 300 Eigentumswohnungen entstehen. Das Projekt aus dem Umfeld des Zuger Finanzplatzes braucht noch die Freigabe der US-Flugaufsicht und stösst in einem bereits dicht besetzten Markt für Markenresidenzen vor.
Miami/Zug 2 Leseminuten
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Miami jagt den nächsten Rekordturm

Darum gehts

KI-generiert
  • In Miami ist ein 279 Meter hoher Wohnturm geplant.
  • Mehr als 300 Eigentumswohnungen sollen in Brickell entstehen.
  • Der Baustart ist für Ende 2028 vorgesehen.

Der Anlauf ist konkret. Ende September 2026 wurde bei der US-Luftfahrtbehörde FAA ein Höhenantrag für einen 917 Fuss hohen Turm eingereicht, also rund 279 Meter. Damit würde das Vorhaben in Brickell zu den höchsten Wohnprojekten in Miami zählen und nur knapp unter der Marke von 300 Metern bleiben.

Geplant ist ein rund 70-geschossiger Luxuswohnturm auf einem über ein Acre grossen Grundstück an der 11 SW 7th Street. Vorgesehen sind mehr als 300 Eigentumswohnungen sowie mehrere Penthouses mit privaten Pools und doppelgeschossigen Wohnräumen. Als lokaler Entwickler ist Empira vorgesehen, das seit der Übernahme durch Partners Group Teil derselben Plattform ist.

Dichtes Rennen um vermögende Käufer
Das Projekt trifft auf einen Markt, der bereits stark mit Markenresidenzen besetzt ist. Laut einer im September 2026 aktualisierten Übersicht befinden sich in Miami mehr als 2’300 Markenwohnungen in aktiver Bau- oder Verkaufsphase, viele davon mit geplanten Fertigstellungen in den Jahren 2027 und 2028. In Brickell konkurriert das neue Vorhaben damit um dieselbe internationale Käuferschicht wie andere hochpreisige Türme.

Für Partners Group ist das Vorhaben dennoch eine Ansage. Die Gesellschaft will im Namen ihrer Kunden rund 220 Mio. Dollar investieren. Der Verkaufsstart ist für August 2027 vorgesehen, der Baustart für Ende 2028 und die Fertigstellung für 2031. Das Areal gilt als eines der letzten zentralen Entwicklungsgrundstücke in Brickell.

FAA wird zum ersten harten Filter
Bevor der Turm zum Vermarktungstest wird, braucht er jedoch zuerst regulatorische Flughöhe. Wegen der geplanten Höhe gilt die Prüfung durch die FAA als zentraler nächster Schritt. Lokale Projektberichte gehen davon aus, dass ein Entscheid bei einem derart hohen Gebäude länger dauern kann als bei kleineren Vorhaben.

Für die Immobilienbranche ist das Projekt vor allem aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens fliesst Schweizer Kapital in ein weiteres Spitzenprodukt des US-Luxuswohnungsmarkts. Zweitens zeigt der Fall, wie stark sich die Vermarktung von Wohntürmen in Miami über Marken, Clubangebote und exklusive Services auflädt, lange bevor überhaupt gebaut wird.