Der Auslöser ist messbar. Im ersten Barometer von Maslow.immo geben 33 Prozent der Befragten an, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahl 2027 ihren Zeitplan für einen Kauf zur Vermietung beeinflussen könnte. Die Studie wurde am 3. August 2026 unter 1’000 Erwachsenen in Frankreich erhoben und trifft damit auf einen Markt, der schon vor dem Wahlkampf unter hohen Preisen, Kreditkosten und wachsender Regulierung leidet.
Gleichzeitig bleibt die Anlageform begehrt. Laut Barometer halten 50 Prozent der Franzosen Mietinvestitionen für attraktiv, 22 Prozent denken über einen Kauf zur Vermietung innerhalb eines Jahres nach. Gerade dieser Widerspruch macht die politische Dimension so brisant. Die Nachfrage nach Anlageobjekten ist da, doch viele Haushalte warten auf klarere Regeln bei Besteuerung, Mietrecht und wirtschaftlichem Umfeld.
Regulierung drückt längst in die Kalkulation
Die Vorsicht ist nicht bloss gefühlt. Seit dem 1. Januar 2025 dürfen in Frankreich Wohnungen mit der Energieklasse G nicht mehr neu vermietet, erneuert oder stillschweigend verlängert werden. Für private Investoren werden damit künftige Sanierungskosten zu einem unmittelbaren Teil der Renditerechnung. Hinzu kommen Mietpreisregeln in angespannten Gebieten sowie steuerliche Förderinstrumente, die in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst wurden.
Das erklärt, warum politische Unsicherheit in Frankreich so direkt auf den Immobilienmarkt durchschlägt. Wohneigentum dient dort vielen Haushalten nicht nur als Kapitalanlage, sondern als Baustein für Altersvorsorge, Absicherung und Vermögensweitergabe. Wenn dieser Rahmen vor einer Präsidentschaftswahl als unberechenbar wahrgenommen wird, wird das Abwarten selbst zur Investitionsentscheidung.
Weniger Käufe treffen am Ende den Mietmarkt
Für die Immobilienwirtschaft ist das keine blosse Stimmungsfrage. Wenn private Käufer Projekte verschieben, fehlen dem Mietmarkt spätere Wohnungen. Das ist umso heikler, weil 68 Prozent der Befragten private Vermieter für wesentlich oder wichtig halten, um die Bevölkerung zu beherbergen. Gleichzeitig nennen 40 Prozent Mietausfälle oder Hausbesetzungen als zentrales Hindernis, 39 Prozent die Immobilienpreise und 34 Prozent die Zinsen.
Der französische Markt zeigt damit schon vor dem Urnengang, wie eng Politik, Regulierung und Wohnungsangebot verknüpft sind. Die Wahl 2027 entscheidet noch nichts über einzelne Steuern oder Mietregeln. Aber sie verschiebt bereits heute Investitionsentscheide. Genau diese vorgezogene Bremsspur dürfte für Projektentwickler, Vermittler und Eigentümer in den kommenden Monaten wichtiger werden als jede allgemeine Wahlkampfrhetorik.
