Kaltbrunn stemmt fast 300 neue Wohnungen

Kaltbrunn steht vor einem markanten Wachstumsschub. In den grossen Entwicklungsgebieten «Im Dorf» und «Günterstall» sowie in mehreren kleineren Vorhaben sind zusammen fast 300 zusätzliche Wohnungen geplant oder im Bau. Für die Gemeinde wird damit vor allem die Infrastruktur zum Engpass und Prüfstein.
Kaltbrunn/St. Gallen 3 Leseminuten
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Kaltbrunn stemmt fast 300 neue Wohnungen

Darum gehts

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  • In Kaltbrunn sind fast 300 zusätzliche Wohnungen geplant.
  • Die Gemeinde setzt dabei auf Verdichtung im bestehenden Siedlungsgebiet.
  • Für Infrastruktur und Erschliessung steigt der Druck deutlich.

Der Druck baut sich nicht aus neuen Einzonungen auf, sondern aus der Verdichtung im Bestand. Der kommunale Richtplan hält seit dem Erlass vom 3. Juni 2024 ausdrücklich an moderatem Wachstum fest und verweist zugleich auf die grossen Entwicklungsgebiete «Günterstall» und «Im Dorf», in denen bereits viel neuer Wohnraum entstehen soll.

Damit prallen in Kaltbrunn zwei Ziele direkt aufeinander. Einerseits will die Gemeinde ihre Siedlungsentwicklung nach innen vorantreiben, andererseits muss sie Strassen, Versorgung und Entsorgung für einen deutlich grösseren Wohnungsbestand mittragen. Bereits realisiert wird ein kleinerer Teil des Schubs an der Uznacherstrasse 59 mit 14 Wohnungen. Weitere Vorhaben wie jenes an der Uznacherstrasse 18 mit geplanten 19 Wohnungen sind noch in Vorbereitung.

Innenentwicklung statt neue Bauzonen
Das zentrale Grossprojekt «Im Dorf» ist planerisch weit fortgeschritten. Der Sondernutzungsplan betrifft ein 13’872 Quadratmeter grosses Areal der W. Rüegg AG an der Uznacherstrasse. Der Betrieb soll aus dem Dorfkern an die Fischhausenstrasse verlagert werden, damit das bisherige Werkareal mittelfristig neu genutzt und dichter bebaut werden kann. Die Unterlagen zum Sondernutzungsplan beschreiben das Areal ausdrücklich als Gebiet der Innenentwicklung und als Umstrukturierungsraum im kommunalen Richtplan.

Diese Linie passt zur aktuellen Ortsplanung. Kaltbrunn verzichtet laut Richtplan im Planungshorizont auf neue Richtplangebiete, weil mit inneren Reserven sowie den grossen Entwicklungsgebieten bereits erhebliche Kapazitäten bestehen. Der Wohnungsboom entsteht damit vor allem auf eingezonten oder bereits überbauten Flächen.

Wohnungsmarkt bleibt knapp
Die Grössenordnung ist für eine Gemeinde dieser Dimension erheblich. Laut kantonaler Statistik zählte Kaltbrunn 2024 bereits 2’346 Wohnungen, 2025 lag die Leerwohnungsziffer bei 1 Prozent. Externe Gemeindestatistiken auf Basis amtlicher Daten weisen für 2025 einen Bestand von 2’383 Wohnungen und 5’128 Einwohnerinnen und Einwohnern aus. Zusätzliche rund 300 Wohnungen würden den Bestand damit spürbar erweitern, auch wenn ein Teil etappiert realisiert wird.

Für die Immobilienbranche ist genau dieser Mechanismus interessant. Kaltbrunn wächst nicht über spektakuläre Neueinzonungen, sondern über die Umnutzung von Betriebsarealen, Nachverdichtung und mehrere mittelgrosse Mehrfamilienhausprojekte. Das erhöht das Angebot, verschiebt aber die Last auf Erschliessung, Verkehr und kommunale Infrastruktur. Wie rasch die Pipeline tatsächlich gebaut wird, hängt nun an Bewilligungsverfahren, Etappierung und der Umsetzungsfähigkeit der einzelnen Projekte.