Der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex erreichte im dritten Quartal 2026 einen Stand von 129,8 Punkten. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 4,4 Prozent. Damit hat sich der Preisanstieg gegenüber dem bereits hohen Niveau weiter verfestigt und erfasst den Markt breiter als nur in den grossen Zentren.
Besonders stark verteuerten sich Einfamilienhäuser mit 2,1 Prozent innert drei Monaten. Bei Eigentumswohnungen lag der Quartalsanstieg bei 1,3 Prozent. Auffällig ist vor allem die räumliche Verschiebung. In städtischen Gemeinden kleiner Agglomerationen sowie ausserhalb der Agglomerationen stiegen die Preise um 3,4 Prozent, in intermediären Gemeinden dagegen nur um 0,6 Prozent.
Knappes Angebot treibt den Markt
Der Index des Bundesamts für Statistik misst die Transaktionspreise von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen quartalsweise auf Basis von rund 7000 Immobilienkäufen in allen Regionen der Schweiz. Die neuen Werte deuten darauf hin, dass das knappe Angebot den Eigentumsmarkt weiter stützt, obwohl der Markteintritt für viele Haushalte wegen hoher Preise, Eigenkapitalvorgaben und Tragbarkeitshürden schwierig bleibt.
Kleinere Zentren gewinnen Gewicht
Für Entwickler und Verkäufer verschiebt sich der Fokus damit stärker auf gut erschlossene Standorte ausserhalb der grossen Wirtschaftszentren. Wo Bauland, Produktmix und Kaufkraft zusammenpassen, steigen die Absatzchancen. Gleichzeitig werden Fehlkalkulationen teurer, weil hohe Einstiegspreise und Finanzierungskosten die Zielgruppe enger machen.
Zinsen bremsen bisher kaum
Die Schweizerische Nationalbank führt den Leitzins seit dem 20. Juni 2025 bei 0,00 Prozent. Zugleich lagen die Renditen eidgenössischer Bundesobligationen mit zehn Jahren Laufzeit am 26. Oktober 2026 bei 0,526 Prozent. Das erklärt mit, warum längerfristige Finanzierungskosten zuletzt nicht vollständig entspannt blieben und der Preisdruck am Eigentumsmarkt dennoch anhält.
Für die Branche verschärft das den Handlungsdruck. Zusätzliche Wohnbauprojekte und schnellere Verfahren bleiben zentral, wenn das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten soll. Solange diese Ausweitung ausbleibt, dürfte Wohneigentum in der Schweiz weiter knapper und teurer werden.
