Europafonds scheitert am Rücknahmedruck

Der Schweizer Börsenhandel ist gestoppt, die Dekotierung folgt am 23. Oktober 2026. Nach zwei Jahren mit aufgeschobenen Rücknahmen zieht die Fondsleitung beim Europafonds die Reissleine und startet die ordentliche Liquidation.
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Europafonds scheitert am Rücknahmedruck

Darum gehts

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  • Die UBS liquidiert ihren Europafonds nach weiterem Rücknahmedruck.
  • Die Dekotierung des Fonds an der SIX erfolgt am 23. Oktober 2026.
  • Vorrangig werden 6,2 Millionen gekündigte Anteile ausbezahlt.

Der Schritt folgt auf eine weitere Welle von Rücknahmeanträgen zum Geschäftsjahresende am 30. Juni 2026. Schon zuvor hatte die Fondsleitung wegen der schwachen Liquidität an europäischen Immobilien-Transaktionsmärkten Auszahlungen aufgeschoben. Verkäufe seien nur selektiv und meist mit deutlichen Preisabschlägen möglich.

Der kotierte Schweizer Immobilienfonds investierte in Wohn-, Logistik-, Büro- und Einzelhandelsimmobilien in Europa. Laut den zuletzt publizierten Fondsdaten umfasste das Portfolio per 30. Juni 2025 noch 14 Liegenschaften mit einem Marktwert von 268 Millionen Euro. Die Fremdfinanzierungsquote lag bei 29,9 Prozent.

Rückzahlungen werden gestaffelt
Die Liquidation soll die offenen Ansprüche der Anleger priorisiert abarbeiten. Vorrang haben die per 30. Juni 2024 gekündigten 6,2 Millionen Anteile. Erst danach folgen die gut 178’000 Anteile mit Kündigung per 30. Juni 2025. In einer dritten Gruppe liegen die zum 30. Juni 2026 eingegangenen Kündigungen sowie die verbleibenden Anleger im Fonds.

Für die dritte Kategorie war die vertragliche Kündigungsfrist von zwölf Monaten per Ende Juni 2026 noch nicht abgelaufen. Auszahlungen sind deshalb erst vorgesehen, wenn die Forderungen der ersten beiden Gruppen vollständig erfüllt sind. Für betroffene Investoren verlängert sich der Kapitalabfluss damit weiter.

Schwacher Exitmarkt wird zum Problem
Bereits im Juni 2025 hatte die Fondsleitung die Rückzahlung für per 30. Juni 2024 gekündigte Anteile im Umfang von 56,9 Millionen Franken aufgeschoben. Damals entsprach das 27,8 Prozent aller ausstehenden Anteile. Die Begründung war dieselbe wie heute. Wegen tiefer Nachfrage liessen sich europäische Liegenschaften nur mit hohen Abschlägen veräussern.

Für den Immobilienmarkt ist der Fall vor allem als Warnsignal für offene Vehikel mit illiquiden Auslandsportfolios relevant. Wenn Rücknahmen zunehmen und Transaktionen stocken, geraten selbst breit diversifizierte Bestände unter Verkaufsdruck. Mit der Dekotierung am Freitag, 23. Oktober 2026, verschwindet der Fonds nun auch von der SIX.