Koch-Areal bremst beim Einzug hart ab

Auf dem Zürcher Koch-Areal kippt der Fahrplan kurz vor dem Bezug. Wegen gravierender Lieferverzögerungen bleiben Treppenhäuser unvollendet, darum verschieben sich Einzüge um sechs bis zwölf Wochen. Nur ein Hauseingang soll Ende Oktober 2026 planmässig starten.
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Koch-Areal bremst beim Einzug hart ab

Darum gehts

KI-generiert
  • Auf dem Koch-Areal verschieben sich Einzüge um bis zu zwölf Wochen.
  • Unfertige Treppenhäuser verhindern den Bezug mehrerer Häuser.
  • Nur der Hauseingang 56 soll planmässig bezogen werden.

Die Verzögerung trifft ein Projekt, das bereits seit Frühjahr 2023 im Bau ist und auf dem Kraftwerk1-Baufeld 123 bezahlbare Wohnungen für rund 450 Menschen schaffen soll. Der Bezug war gestaffelt von Ende Oktober 2026 bis Februar 2027 vorgesehen. Nun fällt dieser Ablauf auf Teilen der Siedlung kurzfristig auseinander, weil zentrale Erschliessungsbereiche noch nicht bezugsbereit sind.

Betroffen sind nach Angaben der Genossenschaft vor allem die Häuser mit den Eingängen 50, 52 und 54. Planmässig bleiben soll voraussichtlich nur der Hauseingang 56. Für die künftigen Mietenden verschiebt sich der Einzug je nach Haus um sechs bis zwölf Wochen. Die Information kam laut Kraftwerk1 sehr kurzfristig bei der Genossenschaft an und wurde erst kurz vor den ersten geplanten Bezugsterminen weitergegeben.

Treppenhäuser stoppen den Bezug
Auslöser sind gravierende Lieferverzögerungen auf der Baustelle. Dadurch konnten eng getaktete Fertigstellungsarbeiten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden. Besonders heikel ist der Rückstand bei den Treppenhäusern. Solange diese nicht fertig sind, lassen sich die behördlichen Vorschriften für den Bezug nicht einhalten. Für ein Wohnprojekt dieser Grössenordnung bedeutet das mehr als eine Baupanne. Der Betrieb kann nicht etappenweise anlaufen, wenn wesentliche Sicherheits- und Erschliessungsteile fehlen.

Druck auf Umzugsplanung wächst
Für die betroffenen Haushalte verschiebt sich damit nicht nur der Schlüsseltermin. Kraftwerk1 sucht im eigenen Netzwerk nach temporärem Wohnraum und nach Lagermöglichkeiten für die Zeit zwischen Ende Oktober 2026 und Ende Februar 2027. Die Genossenschaft hat dazu auch ihre rund 5000 Mitglieder um freie Plätze für mindestens sechs Wochen gebeten. Das zeigt, wie direkt Bauverzögerungen inzwischen in die Bewirtschaftung und in die soziale Organisation eines Wohnprojekts durchschlagen.

Die Siedlung ist Teil des grösseren Koch-Quartiers in Zürich-West, in dem neben Kraftwerk1 auch ABZ, SENN und Grün Stadt Zürich beteiligt sind. Auf dem gesamten Areal entstehen laut Stadt Zürich rund 340 gemeinnützige Wohnungen für etwa 900 Menschen sowie Gewerbeflächen und ein öffentlicher Park. Der Park ist bereits eröffnet. Umso sichtbarer wird nun, wie empfindlich selbst weit fortgeschrittene Wohnprojekte auf späte Material- und Ausbauprobleme reagieren.