immoTable Luzern – Wachstum braucht Qualität
Am 110. immoTable Luzern wurde deutlich, dass die Entwicklung des Kantons nicht allein an zusätzlichen Wohnungen oder Arbeitsplätzen gemessen werden darf. Entscheidend sind verfügbare Flächen, frühzeitige Planung, leistungsfähige Mobilität und Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität.
Wie kann Luzern weiter wachsen, ohne dass Wohnungsnot, Verkehrsbelastung und der Druck auf bestehende Quartiere zunehmen? Diese Frage prägte den 110. immoTable Luzern vom 24. September im Kultur- und Kongresszentrum Gersag in Emmenbrücke. Vertreter aus Politik, Immobilienwirtschaft und Standortentwicklung diskutierten, wie der Wirtschaftsraum seine Dynamik erhalten und Wachstum zugleich nachhaltig gestalten kann.
Regierungsrat Fabian Peter verwies auf die anstehenden Weichenstellungen in der Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Der Durchgangsbahnhof, der Bypass sowie die geplanten Teilüberdeckungen in Luzern Süd seien zentrale Vorhaben für die weitere Entwicklung des Kantons. Damit das erwartete Bevölkerungswachstum raumverträglich bewältigt werden könne, müssten Richtplanung, Wohnraum, Arbeitsgebiete und Infrastruktur zusammenspielen. Zugleich gelte es, die Innovationskraft des Kantons zu stärken und die Ziele auf dem Weg zu Netto null 2050 konsequent weiterzuverfolgen.
Wie lang die Vorlaufzeiten grosser Quartierentwicklungen sind, zeigte Samuel Bucher von Losinger Marazzi am Beispiel Nidfeld in Kriens. Von der ersten Standortentscheidung im Jahr 2006 bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2028 erstreckt sich die Entwicklung über 22 Jahre. Bevor gebaut werden kann, müssen Potenziale erkannt, eine Vision entwickelt, Verfahren geführt und Interessen von Behörden, Eigentümerschaften, Partnern und Öffentlichkeit abgestimmt werden. Der Gestaltungsplan oder die Baubewilligung markierten deshalb nicht den Startpunkt, sondern das Resultat einer langen Entwicklungsarbeit.
Andreas Zettel von der Wirtschaftsförderung Luzern unterstrich die Bedeutung attraktiver Standorte für ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen. Kantonale Entwicklungsschwerpunkte sollen die Siedlungs-, Verkehrs- und Standortentwicklung entlang gut erschlossener Mobilitätsachsen verbinden. Für Zettel ist klar: «Luzern ist erfolgreich und bleibt attraktiv. Luzern ist Zukunft.»
Im Panel mit Stefan Jönsson von der Luzerner Kantonalbank, Samuel Bucher und Silvio Frei von newhome.ch standen Wohnungsnot, Regulierung und Verdichtung im Zentrum. Der hohe Druck auf dem Wohnungsmarkt lasse sich nicht mit einer einzelnen Massnahme mindern. Notwendig seien zusätzliche Wohnungen, verfügbare Entwicklungsflächen, klare rechtliche Rahmenbedingungen und verlässliche Verfahren für langfristige Investitionen.
Verdichtung dürfe dabei nicht auf eine höhere bauliche Ausnützung reduziert werden. Sie müsse Quartiere schaffen, die auch im Alltag überzeugen. Mit attraktiven Freiräumen, guten öffentlichen Räumen, kurzen Wegen, funktionierender Versorgung und passenden Mobilitätsangeboten. Wo diese Qualität sichtbar werde, steige auch die Akzeptanz für Veränderungen und grössere Entwicklungen.
Der immoTable Luzern machte deutlich, Wachstum ist kein Selbstzweck. Entwicklungsräume wie Luzern Süd oder Luzern Nord können einen Mehrwert für die Region schaffen, wenn Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Infrastruktur und Aufenthaltsqualität von Beginn an gemeinsam gedacht werden.






