Zug startet ÖV-Areal mit Wohnfolge
Auf dem Areal An der Aa in Zug läuft nach jahrelanger Planung die Umsetzung eines Infrastrukturprojekts an. Der neue Stützpunkt für ZVB, Rettungsdienst und Verwaltung schafft ab 2031 auch Platz für rund 160 Wohnungen mit einem Anteil von 40 Prozent preisgünstigem Wohnraum.
Auf dem Areal An der Aa in Zug beginnt die bauliche Neuordnung eines Standorts, der weit über den öffentlichen Verkehr hinausreicht. Mit dem neuen Hauptstützpunkt für die Zugerland Verkehrsbetriebe, einem Gebäude für den Rettungsdienst und Flächen für die kantonale Verwaltung wird ein heute betriebsgeprägtes Areal bis Anfang der 2030er-Jahre so umgebaut, dass im Norden zusätzlich Wohnraum entstehen kann.
Der Kern des Projekts liegt in der Verdichtung der Infrastruktur. Die Busse sollen künftig unterirdisch garagiert werden. Dadurch wird auf dem Areal eine frei werdende Entwicklungsfläche von 8’400 Quadratmetern möglich, die im Baurecht an die Zuger Pensionskasse geht. Vorgesehen sind dort rund 160 Wohnungen, davon 40 Prozent preisgünstig, ergänzt um Dienstleistungsnutzungen und einen Quartierplatz.
Vom Betriebsstandort zum Stadtbaustein
Die Transformation ist politisch abgestützt. Die Stadtzuger Stimmbevölkerung hat dem Bebauungsplan An der Aa II am 3. März 2024 deutlich zugestimmt. Der Plan verbindet Mobilitätsinfrastruktur, Rettungsdienst, Verwaltungsnutzung und Wohnbau auf demselben Perimeter. Für die Immobilienwirtschaft ist genau diese Kopplung relevant: Erst die kompaktere Organisation der Verkehrsbetriebe schafft das Baufeld für den späteren Wohnteil.
Nach verfügbaren Angaben soll der neue ZVB-Hauptstützpunkt zusammen mit dem Rettungsdienst und der kantonalen Verwaltung bis 2031 in Betrieb gehen. Im Verwaltungsbereich sind rund 250 Büroarbeitsplätze vorgesehen. Die Wohnbauten der Zuger Pensionskasse folgen danach. Damit verschiebt sich ein bislang funktional abgeschlossener Werkhof in Richtung gemischt genutztes Quartier mit zusätzlichem Wohnangebot an zentraler Lage.
Wohnbau kommt im zweiten Schritt
Für den Wohnteil ist der Zeitplan entscheidend. Der Baustart der beiden Wohngebäude ist erst möglich, wenn die betrieblichen Nutzungen umgezogen sind. Geplant sind zwei Häuser mit bis zu acht Geschossen beziehungsweise rund 30 Metern Höhe. Der preisgünstige Anteil ist in Zug besonders relevant, weil neue grössere Wohnprojekte in der Stadt selten sind und bezahlbare Flächen meist nur im Verbund mit komplexen Arealentwicklungen entstehen.
Langwierige Planung mit klarer Folge
Dass der Spatenstich erst nach rund 16 Jahren Planung erfolgt, zeigt den Aufwand solcher Mischvorhaben auf innerstädtischen Infrastrukturstandorten. Für Entwickler, Investoren und öffentliche Bauherrschaften ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Mobilität, Verwaltung und Wohnen auf engem Raum neu organisiert werden können. Die entscheidende Folge liegt nicht im einzelnen Neubau, sondern in der Flächenfreisetzung: Ohne den unterirdischen Busbetrieb gäbe es den Wohnteil an diesem Standort nicht.