Zürich treibt den Markt für Eigentumswohnungen
Die Angebotspreise für Wohnimmobilien steigen in der Schweiz weiter, doch das Bild wird ungleicher. Im Juni 2026 legten Eigentumswohnungen landesweit um 4,5 Prozent zum Vorjahr zu. Besonders stark zog die Region Zürich an, während Einfamilienhäuser regional bereits Rückgänge zeigen.
Der Schweizer Markt für Wohneigentum zieht weiter an, aber nicht mehr gleichmässig. Im Juni 2026 stiegen die ausgeschriebenen Preise für Eigentumswohnungen landesweit auf 9’526,3 Franken pro Quadratmeter und lagen damit 4,5 Prozent über dem Vorjahr. Bei Einfamilienhäusern erhöhte sich der Wert im Jahresvergleich auf 8’011,7 Franken pro Quadratmeter, das Plus fiel mit 3,1 Prozent jedoch tiefer aus.
Besonders auffällig ist die Region Zürich. Dort legten die Angebotspreise für Stockwerkeigentum gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent zu und damit stärker als in allen anderen Grossregionen. Bei Einfamilienhäusern lag Zürich im Monatsvergleich ebenfalls im Plus, während andere Regionen bereits nachgaben.
Zürich setzt den Takt
Die jüngsten Verschiebungen zeigen einen Markt, der sich innerhalb des Wohneigentums stärker ausdifferenziert. Während Eigentumswohnungen in der Zentralschweiz, der Nordwestschweiz, im Tessin und in der Genferseeregion ebenfalls zulegten, stachen die Zürcher Werte klar heraus. In der Ostschweiz und im Mittelland sanken die Angebotspreise für Wohnungen dagegen leicht. Für Projektentwickler, Eigentümer und Vermarkter heisst das: Der Nachfrageüberhang bleibt national sichtbar, die Preisdynamik konzentriert sich aber stärker auf urbane und einkommensstarke Räume.
Bei Einfamilienhäusern wird die Linie vorsichtiger. National war der Monatswert im Juni mit plus 0,1 Prozent praktisch stabil. In der Zentralschweiz fiel der Rückgang mit minus 3,2 Prozent deutlich aus, auch im Mittelland und in der Nordwestschweiz lagen die Werte tiefer als im Vormonat. Das spricht nicht für einen breiten Preisrutsch, wohl aber für einen Markt, in dem Zahlungsbereitschaft und Produktsegment nicht mehr überall gleich laufen.
Knappes Angebot stützt Preise
Die Preisdynamik trifft auf ein Umfeld, das den Markt weiter stützt. Verfügbare Daten zeigen eine anhaltend tiefe Leerwohnungsquote. Im Juni 2025 standen schweizweit rund 48’500 Wohnungen leer, was 1,00 Prozent des Bestands entsprach. Besonders knapp blieb das Angebot in Genf, Zug und Zürich. Gleichzeitig sind die Finanzierungskosten nach den Zinssenkungen bis Mitte 2025 tief geblieben, auch wenn sich die Zinsen zuletzt eher stabilisierten. Das hält Wohneigentum für solvente Haushalte attraktiv, obwohl die Hürden beim Erwerb hoch bleiben.
Für die Immobilienbranche ist vor allem die regionale Spreizung entscheidend. Zürich bestätigt seine Rolle als Preistreiber im Eigentumswohnungsmarkt. Für Entwickler erhöht das den Druck auf Landpreise und Kalkulationen. Für Kaufinteressenten wird der Zugang in den teuren Lagen noch anspruchsvoller. Und für den Gesamtmarkt gilt: Solange das Angebot knapp bleibt, dürfte sich der Aufwärtsdruck bei Wohnungen eher fortsetzen als bei Einfamilienhäusern.