Wohnen bleibt im Vorsorgekopf ganz vorne

Immobilien stehen bei der Schweizer Bevölkerung in der zweiten Säule weiter hoch im Kurs. Gleichzeitig zeigt der Rentenmonitor 2026 eine heikle Kluft bei der finanziellen Sicherheit im Alter. Gerade bei Wohnen und Gesundheit sehen viele kaum Sparpotenzial.

Schweiz, September 2026

Die repräsentative Umfrage wurde vom 28. April bis 14. Juni 2026 online unter 1’200 Personen ab 18 Jahren durchgeführt, darunter 299 Rentnerinnen und Rentner. Im Zentrum steht damit keine reine Sicht der aktiv Versicherten, sondern ein breiter Blick auf Erwartungen an AHV, Pensionskassen und deren Anlagepolitik.

Der Befund ist für die Immobilienbranche brisant. Zwar beurteilen viele ihre Altersvorsorge insgesamt erstaunlich positiv, doch beim künftigen Lebensstandard kippt das Bild. 67 Prozent der Bevölkerung gehen davon aus, dass AHV und Pensionskasse allein ihren gewohnten Lebensstandard im Ruhestand eher nicht sichern werden. Besonders gross ist die Skepsis bei Personen mit tiefer Kaufkraft.

Wohnen gilt als kaum kürzbarer Block
Gerade bei den Ausgaben für Wohnen und Gesundheit sehen die Befragten wenig Spielraum für Einsparungen. Gespart würde zuerst bei Luxusgütern, Spenden oder Weiterbildungen. Für Eigentümer, Investoren und Pensionskassen ist das ein klares Signal. Wohnkosten bleiben im Alter ein harter Budgetposten, selbst wenn an anderer Stelle verzichtet wird.

27 Prozent der Befragten würden laut Studie sogar einen Umzug ins Ausland prüfen, um den Lebensstandard im Ruhestand zu sichern. Bei den 18- bis 39-Jährigen liegt dieser Anteil bei 36 Prozent, bei Personen mit tiefer Kaufkraft bei 38 Prozent und bei Menschen mit geringer finanzieller Absicherung bei 41 Prozent. Bei den über 65-Jährigen sinkt er auf 11 Prozent.

Immobilien schlagen Aktien und Anleihen
Bei der gewünschten Anlagestrategie der Pensionskassen liegen Immobilien vor Aktien und Anleihen. 67 Prozent wünschen sich, dass diese Immobilienanlagen hauptsächlich in der Schweiz erfolgen, weitere 28 Prozent bevorzugen eine Mischung aus inländischen und ausländischen Engagements. Gleichzeitig ist der Blick auf das Segment nicht unkritisch. 46 Prozent nennen die Gefahr einer Immobilienblase als zentrales Risiko.

Auch bei den Anlagezielen verschiebt sich die Gewichtung. Für 96 Prozent ist Sicherheit das wichtigste Kriterium. 81 Prozent wünschen sich zwar hohe Renditen, ebenfalls 81 Prozent gewichten aber faire Arbeitsbedingungen bei den Zielunternehmen als entscheidend. Im Immobilienbereich geben 69 Prozent sozialen Zielen wie bezahlbarem und ökologischem Wohnraum mehr Bedeutung als der Rendite.

Transparenzdruck auf Vorsorgegelder steigt
Vier von fünf Befragten wollen wissen, wie ihr Vorsorgekapital investiert wird. Das erhöht den Druck auf Pensionskassen und ihre Anlagepartner, Immobilienstrategien nachvollziehbar zu erklären. Parallel zeigt der Monitor, dass die Bevölkerung Reformbedarf weiter klar bejaht. 68 Prozent halten eine Reform der Altersvorsorge nach wie vor für nötig.

Im Markt selbst bleibt Immobilienengagement der Pensionskassen robust. Die Schweizer Pensionskassenstudie 2026 von Swisscanto weist Immobilien weiterhin als stabilen Portfolioanker mit rund einem Viertel der Vermögensallokation aus. Damit trifft der Wunsch der Bevölkerung auf eine Anlageklasse, die im institutionellen Bestand bereits stark verankert ist, nun aber stärker unter Transparenz-, Sozial- und Wirkungsdruck gerät.

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