Webermühle plant Verdichtung für 1000 Einwohner
Auf der Halbinsel in Neuenhof soll ab 2030 ein neues Wohnquartier für rund 1000 Personen entstehen. Das Projekt in der Webermühle hängt jedoch an einem kooperativen Planungsverfahren, das nach der Rückweisung eines Kredits erst seit Ende 2025 neu aufgesetzt wird.
Auf dem Areal Webermühle-Ermitage in Neuenhof stehen rund 15’000 Quadratmeter für eine umfassende Verdichtung bereit. Vorgesehen ist ein Quartier mit mehreren hundert Wohnungen, ergänzenden Nutzungen und deutlich höherer baulicher Dichte als heute. Bevor ein Gestaltungsplan entstehen kann, muss jedoch das kooperative Planungsverfahren mit Gemeinde und Bevölkerung sauber nachgeholt werden.
Der politische Taktgeber dafür ist bekannt. Die Einwohnergemeindeversammlung wies am 23. Juni 2025 einen Verpflichtungskredit von 220’000 Franken zurück. Der Gemeinderat legte daraufhin am 7. Oktober 2025 einen überarbeiteten Kreditantrag über 250’000 Franken vor. Neu sollten auch Landschaftsarchitektur und Workshops mit der betroffenen Bevölkerung ausdrücklich Teil des Verfahrens sein.
Projektgrösse mit Quartieranspruch
Die Eigentümerin Altura RE AG hält nach früheren Angaben sechs Parzellen mit insgesamt 15’234 Quadratmetern im Gebiet Webermühle und Damsau. Aus diesen Flächen soll ein Neubauprojekt für rund 1000 Bewohner entwickelt werden. Im Raum stehen hochwertiger Wohnraum, mehrere Hundert Wohnungen sowie quartierstützende Angebote wie Läden, Gastronomie, Betreuung und Bildung. Für die Immobilienentwicklung ist das relevant, weil das Vorhaben über eine reine Wohnüberbauung hinausgeht und auf ein eigenständiges Quartiermodell mit höherer Nutzungsmischung zielt.
Der planerische Rahmen ist dabei noch offen. Bereits 2024 war für das kooperative Verfahren einmal ein Abschluss bis Anfang 2026 in Aussicht gestellt worden. Nach der politischen Rückweisung musste die Gemeinde den Prozess aber neu aufsetzen. Damit verschiebt sich der eigentliche Projektpfad, obwohl die Entwicklungsabsicht auf dem Areal bestehen bleibt.
Asylunterkunft blockiert den frühen Baustart
Hinzu kommt eine Zwischennutzung auf einem Teil des Gebiets. Bei der Villa Ermitage wird eine Containersiedlung für geflüchtete Familien für fünf Jahre erstellt. Sie soll 120 Personen aufnehmen. Parallel dazu sind in der Villa und im Tennisclubhaus Schulräume für Kleinklassen vorgesehen. Diese Zwischenlösung bindet Flächen und spricht gegen einen kurzfristigen Baustart auf dem ganzen Entwicklungsperimeter.
Auch in den Gemeindefinanzen ist das Gebiet bereits sichtbar. Im Finanzplan 2025 bis 2034 sind sowohl 200’000 Franken für den Wettbewerb Webermühle als auch 2 Mio. Franken für die Erschliessung Webermühle-Damsau eingestellt. Das zeigt, dass die Entwicklung aus Sicht der Gemeinde nicht nur ein privates Bauvorhaben ist, sondern auch öffentliche Folgeinvestitionen bei Planung und Erschliessung auslösen kann.
Nächster Schritt liegt im Verfahren
Entscheidend ist nun, ob aus dem überarbeiteten Verfahren ein mehrheitsfähiger Gestaltungsplan entsteht. Erst dann lässt sich beurteilen, welche Dichte, Gebäudehöhen, Freiräume und Nutzungen auf der Limmat-Halbinsel politisch und städtebaulich tragfähig sind. Gerade für Neuenhof ist das Projekt deshalb weniger eine Imagefrage als ein Test, wie stark sich ein bestehendes Wohngebiet unter Mitsprache der Gemeinde neu ordnen lässt.