Was am Dreispitz wirklich geplant ist

Wo heute Leerstand dominiert und Schaufenster hinter Klebeband verschwinden, soll bis 2033 ein lebendiges Stadtquartier entstehen. Die Baloise gibt grünes Licht für vier Neubauten am Dreispitz-Areal in Dietikon. Ein 80-Meter-Hochhaus markiert den Aufbruch.

August 2026

Das Zentrum Dreispitz an der Bunkerkreuzung, wo die Badenerstrasse auf die Überlandstrasse trifft, ist kein Vorzeigeobjekt mehr. Die Baloise, Eigentümerin des Areals, hat nun die Reissleine gezogen und der Entscheid ist Abriss und Neubau.

Sechs Teams, ein Sieger
Aus einem Studienauftrag mit sechs Bewerbern gingen die Architekturbüros Penzel Valier und Robertneun als Gewinner hervor. Auch Sanierungskonzepte wurden zugelassen, konnten die Jury aber nicht überzeugen. Die neuen Baukörper lösen das zentrale Erschliessungsproblem des Areals besser als jede Renovation, so das Fazit der Juroren.

Vier Gebäude, ein Versprechen
Das Siegerprojekt sieht vier Gebäude vor, drei mit fünf bis sieben Stockwerken und ein 80 Meter hohes Hochhaus direkt neben der Bunkerkreuzung. Das Wohnen dominiert, 80 bis 90 Prozent der Nutzfläche sind für Wohnungen vorgesehen. Aus heute 60 Einheiten werden rund 300 Familienwohnungen, kompakte Grundrisse für kleinere Haushalte und flexible Einheiten im Hochhaus bilden ein durchmischtes Angebot.

Kein PR-Projekt, sondern Stadtpolitik
Die Bunkerkreuzung ist laut dem Hochhauskonzept der Stadt Dietikon ein strategisch relevanter Standort für Hochhäuser bis 80 Meter, vergleichbar mit dem Limmat Tower. Sie markiert gleichzeitig den Übergang zum Niderfeld, wo bis zu 3’700 Einwohner sowie 2’700 Arbeitsplätze entstehen sollen. Das Westspitz-Projekt fügt sich damit in eine Stadtentwicklungsstrategie, die auf Verdichtung und Vernetzung setzt.

Zeitplan unter Druck
Der Gestaltungsplanprozess startete im Sommer 2025. Zwei Jahre lang klärt die Baloise städtebauliche, rechtliche und umweltbezogene Details. Gemeinderat und Kanton Zürich müssen den Plan anschliessend genehmigen. Läuft alles planmässig, beginnen die Bauarbeiten 2030 und dauern bis 2032.

Was mit den jetzigen Mietern passiert
Die aktuellen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gewerbemieter werden laut Baloise regelmässig informiert. Ein konkretes Umsiedlungskonzept ist in Erarbeitung.

Text: Christoph Grüninger • Bilder: westspitz dietikon

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