Wachstum ohne Stillstand. Das neue Limmattal nimmt Form an
Zwischen Zürich und Baden ist ein Wirtschaftsraum gewachsen, der lange als Durchgangszone galt. Das Limmattal zählt heute rund 110'000 Einwohner sowie rund 70'000 Arbeitsplätze. Es verdichtet sich, baut um und organisiert seinen Verkehr neu. Wer das Limmattal heute noch als Randlage beschreibt, hat die Realität schlicht verpasst.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Die Bevölkerung im Kernraum von Schlieren bis Wettingen stieg von rund 98’800 im Jahr 2015 auf rund 110’000 im Jahr 2024. Das sind über 11’000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von neun Jahren. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Beschäftigten um 9’500 auf 68’500. Das Limmattal wächst damit nicht nur als Wohnregion, sondern entwickelt sich weiter zu einem ernstzunehmenden Wirtschaftsstandort.
Bis 2040 rechnen Bund, Kantone Zürich und Aargau mit einem weiteren Zuwachs von 20 bis 30 Prozent bei Bevölkerung und Beschäftigten. Was auf den ersten Blick wie eine Prognose klingt, ist in den Planungsgrundlagen längst als Tatsache eingepreist.
Verdichten statt ausfransen
Das Wachstum verläuft nicht mehr über Ausdehnung, sondern über Transformation. Im Kernraum zwischen Schlieren, Dietikon und Spreitenbach treffen dichte Siedlungen, gewachsene Ortskerne, Gewerbeareale und Grünflächen direkt aufeinander. Die Region muss ihre Qualitäten im Bestand entwickeln, nicht auf der grünen Wiese.
Genau das ist das Leitmotiv des Agglomerationsprogramms Limmattal, das die Kantone Zürich und Aargau seit Jahren gemeinsam vorantreiben. Nicht mehr Breite zählt, sondern Präzision. Verdichtung an gut erschlossenen Lagen, Aufwertung von Freiräumen, Stärkung der öffentlichen Räume.
Die Infrastrukturwette zahlt sich aus
Jahrzehntelang flossen erhebliche Bundesmittel in die Region. Über mehrere Programmgenerationen wurden dem Limmattal mehr als 330 Millionen Franken an Bundesbeiträgen zugesprochen. Allein für die Periode 2024 bis 2028 sind 22 Massnahmen geplant, der Bund beteiligt sich mit rund 20 Millionen Franken.
Die Limmattalbahn steht exemplarisch für diese Strategie. 13 Kilometer Strecke, 27 neue Haltestellen, ein neues Rückgrat für die Region. Der Effekt ist messbar. 2024 nutzten täglich rund 29’000 Fahrgäste mehr den öffentlichen Verkehr als noch 2016, ein Plus von 21 Prozent.
Weniger Autos, mehr Bewegung
Trotz starkem Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum sank der motorisierte Individualverkehr. An 20 Messstellen an den Kantonsstrassen zählte man 2024 rund 28’000 Fahrzeuge weniger pro Tag als 2015. Ein Rückgang von zehn Prozent.
Identität als Standortsignal
Das Limmattal ist kein administrativer Zufallsverbund. Vereine, Wirtschaftsgremien, Standortförderer und politische Träger beider Kantone investieren gezielt in die regionale Identität, in Lebensqualität und in gemeinsame Projekte. Dieses Engagement wirkt, den 94 Prozent der Bevölkerung fühlen sich in der Region wohl und eine klare Mehrheit befürwortet eine engere gemeinde- und kantonsübergreifende Zusammenarbeit.
Die Region hat verstanden, dass urbane Qualität und wirtschaftliche Schlagkraft keine Gegensätze sind. Das Limmattal formt sich zur nächsten starken Agglomerationsachse der Schweiz, sichtbar, messbar und mit Rückenwind.