Seetalplatz kämpft mit leerem Wohnangebot

Im neuen Verwaltungsgebäude am Seetalplatz in Emmenbrücke bleiben 12 von 17 Wohnungen vorerst unvermietet. Der zähe Start trifft einen Standort, der als neues Zentrum von Luzern Nord geplant ist und bis 2026 rund 30 Verwaltungsstandorte des Kantons bündeln soll.

September 2026

Der verhaltene Vermietungsstart fällt in eine heikle Phase des Projekts. Das neue kantonale Verwaltungsgebäude in Emmen soll ab 2026 rund 30 heute verteilte Verwaltungsstandorte zusammenführen und bietet auf neun Geschossen rund 36’000 Quadratmeter Fläche für etwa 2’000 Mitarbeitende. Wohnen ist in diesem Haus also kein Nebenschauplatz, sondern Teil eines gemischt genutzten Grossprojekts am Seetalplatz.

Für die 17 Wohnungen werden laut den publizierten Vermarktungsangaben Mieten inklusive Nebenkosten von 1’500 Franken für 1,5 Zimmer mit 45 Quadratmetern bis 2’550 Franken für 4,5 Zimmer mit 103 Quadratmetern verlangt. Die Wohnungen liegen im 6. bis 9. Obergeschoss. Als Bezugstermin wurde zuletzt der 1. Dezember genannt. Nach den vorliegenden Angaben waren bisher fünf Wohnungen reserviert, zwölf blieben frei.

Wohnungen im Verwaltungshaus
Der Fall zeigt, wie anspruchsvoll die Erstvermietung selbst an einem stark entwickelten Standort bleiben kann. Der Kanton bewirbt das Gebäude als Teil der neuen kantonalen Verwaltung am Seetalplatz. Gleichzeitig verweist die Projektkommunikation auf Wohn- und Retailflächen als integralen Bestandteil des Neubaus. Die Nachfrage konzentriert sich laut den bisherigen Angaben vor allem auf 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen, während das Gesamtangebot noch nicht durch den Markt absorbiert ist.

Quartier wächst weiter
Der Seetalplatz ist allerdings weit grösser als dieses einzelne Haus. Neben der Verwaltung entsteht mit Rüüssegg ein weiteres Wohnprojekt direkt an der Kleinen Emme. Dort sind bis 2027 drei Gebäude mit 208 Eigentumswohnungen, 85 Genossenschaftswohnungen, 1’885 Quadratmetern Gewerbefläche und sieben Ateliers vorgesehen. Der Standort bekommt also in kurzer Zeit deutlich mehr Wohnnutzung. Gerade deshalb ist der schleppende Start im Verwaltungsgebäude mehr als eine Randnotiz. Er liefert einen frühen Hinweis darauf, wie sensibel Preis, Wohnungszuschnitt und Vermarktungstempo selbst in aufstrebenden Entwicklungsgebieten zusammenspielen.

Im Sommer 2026 zeigte die Projektseite zudem, dass im Gesamtvorhaben Anpassungen möglich bleiben. So wurde Ende Juli der Verzicht auf die ursprünglich vorgesehene Kindertagesstätte kommuniziert. Für die Vermietung der Wohnungen heisst das, dass der Nutzungsmix im Haus weiter geschärft werden muss, während der Kanton parallel den Bezug seines neuen Verwaltungsschwerpunkts vorbereitet.

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