Der jüngste Sprung kam nicht von der Schweizerischen Nationalbank, sondern vom Kapitalmarkt. Die SNB liess ihren Leitzins am 24. September 2026 zwar bei 0 Prozent, doch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag Anfang Oktober bei rund 0,58 Prozent. Damit verteuerten sich auch die Absicherungskosten der Banken für lange Laufzeiten.
Das schlägt direkt auf den Hypothekarmarkt durch. Bei Comparis kletterte der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken per Ende September auf 2,07 Prozent, nach 1,77 Prozent Ende Juni. Fünfjährige Laufzeiten stiegen im selben Zeitraum auf 1,90 Prozent, dreijährige auf 1,75 Prozent.
Lange Bindung bleibt das Standardmodell
Trotz höherer Sätze blieb die Nachfrage nach langen Laufzeiten erstaunlich stabil. 43 Prozent der Ende September abgeschlossenen Verträge entfielen auf Hypotheken mit zehn Jahren oder mehr, nach 42 Prozent Ende Juni. Saron-Hypotheken legten leicht von 19 auf 21 Prozent zu, während mittlere Laufzeiten von vier bis sieben Jahren auf 21 Prozent zurückfielen.
Für Wohneigentümer ist das ein klares Signal. Wer heute finanziert oder verlängert, kauft vor allem Kalkulationssicherheit ein. Das gilt umso mehr, weil der Aufschlag für lange Laufzeiten zwar gestiegen ist, die Zinslandschaft international aber nervös bleibt.
Internationaler Druck trifft den Schweizer Markt
In den USA hob die Fed ihren Zielkorridor am 16. September 2026 um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Die EZB setzte ihren Einlagensatz im September auf 2,50 Prozent fest. Dieser internationale Zinsdruck wirkt auch auf Schweizer Laufzeiten, obwohl die inländische Geldpolitik locker blieb.
Wie gross der Verhandlungsspielraum bleibt, zeigt der Abstand zwischen Richt- und Bestzins. Für eine zehnjährige Festhypothek lag der von Comparis vermittelte Top-Zinssatz Ende September bei 1,60 Prozent und damit 0,47 Prozentpunkte unter dem Richtwert von 2,07 Prozent. Bei einer Hypothek von 750’000 Franken ergibt das über zehn Jahre eine mögliche Ersparnis von 35’250 Franken.
