Portfoliowechsel drückt Ertrag, Verkäufe federn ab
Der Halbjahresabschluss 2026 fällt bei Intershop zwiespältig aus. Tiefere Mieterträge und massiv kleinere Neubewertungsgewinne drücken den ausgewiesenen Gewinn, während Verkäufe und Zukäufe das Portfolio neu ordnen und den Jahresausblick beim Nettoliegenschaftsertrag bremsen.
Der Rückgang beim Nettoliegenschaftsertrag ist kein Signal für schwächere Vermietung, sondern vor allem die Folge von Verschiebungen im Bestand. Intershop bezifferte den Wert seiner Rendite- und Entwicklungsliegenschaften per 30. Juni 2026 auf 1,92 Mrd. Franken nach 1,75 Mrd. Franken Ende 2025 und verbindet den tieferen Halbjahresertrag mit diesen Portfolioveränderungen.
Im ersten Halbjahr sank der Nettoliegenschaftsertrag um 4,6 Prozent auf 37,7 Mio. Franken. Noch stärker schlug die Normalisierung bei den Bewertungen durch. Die Neubewertungsgewinne fielen auf 47,7 Mio. Franken, nachdem im Vorjahr 200,2 Mio. Franken angefallen waren. Der ausgewiesene Reingewinn ging damit auf 67,5 Mio. Franken zurück. Ohne Bewertungsveränderungen lag das Ergebnis laut Unternehmen hingegen 18 Prozent über dem Vorjahr.
Zukäufe und Verkäufe verschieben den Mix
Nach dem Bilanzstichtag wurde eine Anlageimmobilie in Bad Ragaz gewinnbringend verkauft. Gleichzeitig übernahm Intershop die Gewerbebauten der TPC AG gegen Barmittel. Dazu gehören ein Entwicklungsareal in Kriens, eine Gewerbeimmobilie in Stans sowie Kaufrechte an zusätzlichen Grundstücken. Nach Ausübung dieser Rechte umfasst das Paket rund 41’000 Quadratmeter vermietbare Fläche und eine jährliche Sollmiete von 6,1 Mio. Franken.
Für die Bewirtschaftung ist der Befund deshalb differenziert. Der marktbedingte Leerstand verbesserte sich per Mitte 2026 leicht auf 6,5 Prozent nach 6,9 Prozent Ende 2025. Der tiefere Mietertrag im Halbjahr steht damit neben einer verbesserten Vermietungssituation und einer deutlichen Ausweitung des Bestands.
Ausblick wird enger gefasst
Beim Jahresausblick nimmt Intershop Tempo aus der Ertragsprognose. Statt eines stabilen bis leicht höheren Nettoliegenschaftsertrags erwartet die Gesellschaft für 2026 neu nur noch einen stabilen Wert. Gleichzeitig kündigt sie weitere Verkäufe an und rechnet nun mit einem Verkaufserfolg von mindestens 30 Mio. Franken. Am Ziel eines Reingewinns ohne Bewertungsgewinne über Vorjahr hält das Unternehmen fest und verknüpft dies mit der Fortsetzung seiner Dividendenpolitik.
Auch in der Geschäftsleitung gibt es eine personelle Weichenstellung. Martin Munz übernimmt per 1. Dezember 2026 die Leitung Bau und Entwicklung und wird Mitglied der Geschäftsleitung. Für ein Unternehmen, das den Bestand derzeit sichtbar umbaut, ist diese Funktion operativ zentral.