Klybeck wird schon vor dem Wohnstart vermarktet
Rhystadt bündelt ihre aktuellen und künftigen Flächen im Basler Klybeck unter der neuen Marke «Neues Klybeck». Der Schritt kommt in einer Phase, in der das Richtprojekt steht, der Bebauungsplan für Anfang 2027 erwartet wird und erste Gewerbeangebote wie FLOW den Life-Science-Standort vorzeichnen.
Im Basler Norden beginnt die nächste Phase der Klybeck-Transformation nicht mit Wohnungen, sondern mit Vermietung. Rhystadt AG führt ihre heutigen und künftigen Flächen im eigenen Arealteil neu unter der Marke «Neues Klybeck» zusammen und setzt damit früh einen marktfähigen Rahmen für ein Quartier, das planerisch noch mitten im Verfahren steckt.
Der Schritt ist mehr als ein Kommunikationsentscheid. Im Klybeck geht es in den kommenden Jahren darum, bestehende Gewerbenutzungen, künftige Entwicklungsfelder und die Öffnung eines bislang abgeschlossenen Industrieareals zusammenzuführen. Solange der Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig ist, bleibt Wohnen Zukunftsmusik. Sichtbar wird vorerst, was sofort vermietbar ist und welche Nutzungen den Standort schon vor dem eigentlichen Quartieraufbau prägen sollen.
Planung rückt in die nächste Etappe
Für das gesamte Entwicklungsgebiet klybeckplus liegt seit November 2025 ein Richtprojekt vor. Es bildet die Grundlage für die Nutzungsplanung im rund 300’000 Quadratmeter grossen Areal zwischen Rhein und Wiese. Vorgesehen sind Wohnraum für 8’500 Menschen, 7’500 Arbeitsplätze sowie neue Freiräume und Verbindungen in die angrenzenden Quartiere. Der Bebauungsplan soll nach heutigem Stand Anfang 2027 vorliegen und danach in die öffentliche Vernehmlassung gehen.
Für Rhystadt ist die neue Dachmarke damit ein Instrument der Vorlaufphase. Das Unternehmen entwickelt auf rund 160’000 Quadratmetern ein eigenes Portfolio innerhalb des Gesamtareals. Bereits heute sind dort Labor, Büro, Atelier- und weitere Gewerbeflächen in Nutzung. Öffentlich zugängliche Angaben deuten darauf hin, dass auf dem Areal schon jetzt täglich weit über 2’000 Personen arbeiten, forschen oder lernen.
FLOW setzt den gewerblichen Takt
Besonders deutlich zeigt sich die Stossrichtung am Projekt FLOW. Das Labor- und Bürogebäude ist seit 2024 als Bauvorhaben kommuniziert und soll rund 19’000 Quadratmeter umfassen. Damit adressiert Rhystadt gezielt Life-Science-Unternehmen, die im Basler Norden Laborinfrastruktur mit Entwicklungsreserve suchen. Der Standort versucht also nicht, die Wohnnutzung vorwegzunehmen, sondern den gewerblichen Kern der Transformation wirtschaftlich zu besetzen.
Allerdings bleibt der Zeithorizont anspruchsvoll. Neben dem laufenden Planungsverfahren ist die Altlastenthematik erneut in den Vordergrund gerückt. Im Frühjahr 2026 wurde bekannt, dass vor eigentlichen Bauarbeiten weitere Sanierungsschritte und ein konkretes Konzept für belastete Bereiche nötig sind. Das verändert die langfristige Perspektive des Klybeck nicht, zeigt aber, dass Quartierentwicklung und Arealsanierung hier eng miteinander verzahnt bleiben.
Marke als Brücke zwischen Bestand und Zukunft
Genau an diesem Punkt setzt «Neues Klybeck» an. Die Marke soll nicht bloss freie Flächen auflisten, sondern den Übergang vom Industrieareal zum gemischt genutzten Stadtteil lesbar machen. Für den Basler Immobilienmarkt ist das relevant, weil die Vermarktung im Klybeck schon Jahre vor dem ersten Wohnbezug beginnt. Wer sich heute ansiedelt, mietet nicht nur Fläche, sondern positioniert sich in einem der grössten Stadtentwicklungsgebiete der Schweiz.
Ob diese frühe Positionierung aufgeht, wird sich an zwei Fragen entscheiden: am Fortschritt des Bebauungsplans und daran, wie rasch belastete Teilflächen baureif gemacht werden können. Bis dahin bleibt «Neues Klybeck» vor allem ein Signal, dass die Transformation nicht erst mit dem Wohnungsbau startet, sondern bereits über Zwischennutzungen, Gewerbecluster und die adressierte Nachfrage nach Labor- und Büroflächen Gestalt annimmt.