Kloten kippt Ausbau des Pflegezentrums Spitz

Kloten zieht bei einem bereits bewilligten Grossprojekt die Notbremse. Der Ausbau des Pflegezentrums Spitz mit einem Kredit von 24,9 Millionen Franken wird gestoppt, weil neue statische Erkenntnisse tiefere Eingriffe, höhere Kosten und unzumutbare Belastungen im laufenden Betrieb erwarten lassen.

Kloten/Zürich, September 2026

Der Baustart war für Januar 2027 vorgesehen. Nun will der Stadtrat das Vorhaben beenden, obwohl Gemeinderat und Stimmbevölkerung dem Kredit bereits zugestimmt hatten. Ausschlaggebend sind neue Erkenntnisse aus der Projektplanung zur Tragstruktur, zum Erdbebenschutz und zur Eingriffstiefe im Bestand.

Vorgesehen war vor allem eine Aufstockung des Pflegezentrums Spitz um ein zusätzliches Geschoss sowie eine Ertüchtigung bei Brandschutz und Erdbebensicherheit. Laut Stadt würde die statische Verstärkung deutlich mehr Stockwerke betreffen als bisher angenommen. Damit würden die Bauarbeiten unter laufendem Betrieb für die Bewohnenden untragbar und zugleich erheblich teurer.

Bewilligter Kredit reicht politisch nicht mehr
Die Vorlage war politisch breit abgestützt. Der Urnengang über die Kreditgenehmigung für Erweiterung und Umbau des Pflegezentrums im Spitz wurde auf den 30. November 2025 angesetzt. In den Budgetunterlagen 2026 wird das Vorhaben mit genehmigten Gesamtkosten von 24,9 Millionen Franken geführt. Trotzdem muss nun das Parlament dem beantragten Projektabbruch zustimmen, bevor die Stadt formell abschliessen kann.

Dorfstrasse rückt als Ersatzstandort vor
Parallel gewinnt ein anderer Standort an Gewicht. Die Stadt verweist auf einen im Frühjahr 2026 erworbenen Bauernhof mit Bauland an der Dorfstrasse 43. Dort sieht die Exekutive Spielraum für ein neues Projekt mit Alterswohnungen und einer Pflegeeinrichtung. Für die Immobilienentwicklung in Kloten verschiebt sich der Fokus damit weg von der komplizierten Bestandssanierung hin zu einer möglichen Neulösung auf eigenem Land.

Weitere Warnlampe bei städtischen Grossprojekten
Der Fall steht nicht isoliert. Auch beim Zentrum Schluefweg zeigte sich bereits bei früheren Planungen, dass technische Annahmen im Bestand zu optimistisch gewesen waren. Für die Sanierung und Erweiterung des Hallenbads lag die Kostenschätzung 2024 bei 81,5 Millionen Franken. Wenn nun auch beim Pflegezentrum Spitz die Eingriffe tiefer ausfallen als kalkuliert, wächst der Druck auf Kloten, Sanierungen im Bestand noch früher und robuster abzuklären.

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