Grenchen kappt den Papierweg für Baugesuche
Grenchen stellt Baugesuche ab dem 1. September 2026 auf eBauSO um. Für Bauherrschaften und Planende läuft die Eingabe damit nur noch digital, während Einsprachen und Beschwerden im Kanton Solothurn vorerst weiter auf Papier bleiben.
Der Schritt ist Teil eines kantonsweiten Umbaus des Bewilligungsverfahrens. Die Pilotphase von eBauSO startete im November 2024 in mehreren Solothurner Gemeinden und wurde per 31. Dezember 2025 abgeschlossen. Seither läuft der Rollout auf die noch fehlenden Standorte, die der Kanton mit rund zehn Aufschaltungen pro Monat anbindet.
Digitaler Eingang wird Pflicht
Ab dem 1. September 2026 müssen Baugesuche in Grenchen über eBauSO eingereicht werden. Das Portal ist in den kantonalen Online-Schalter my.so.ch eingebettet und dient als zentraler Zugang für Gesuchstellung, Verfahrenskommunikation und Einsicht in Planunterlagen. Gesuchstellende können ihre Dossiers online erfassen und den Stand des Verfahrens digital nachverfolgen.
Für Bauherrschaften, Architekturbüros und Fachplanende sinkt damit vor allem der Aufwand im Kontakt mit der Gemeinde. Wer Projekte in mehreren Solothurner Gemeinden bearbeitet, trifft schrittweise auf ein einheitlicheres Verfahren. Bis Ende 2026 sollen alle 104 Gemeinden des Kantons an eBauSO angeschlossen sein.
Ganz papierlos ist das Verfahren noch nicht
Der digitale Schalter beendet die Medienbrüche im Verfahren nur teilweise. Das Einsprache- und Beschwerdeverfahren läuft weiterhin auf Papier. Auch der Kanton beschreibt eBauSO zwar als Weg zu einem digitalen und papierlosen Ablauf, die vollständige Umstellung ist unter den geltenden Rahmenbedingungen aber noch nicht erreicht.
Öffentliche Auflage wird ortsunabhängig
Neu kann bei angeschlossenen Gemeinden auch die öffentliche Planauflage online über my.so.ch eingesehen werden. Das verändert vor allem den Zugang zu Unterlagen. Für Planende und Eigentümerschaften wird das Verfahren transparenter, für die Verwaltung standardisierter. Grenchen wird damit Teil einer digitalen Infrastruktur, die im Kanton Solothurn zur neuen Norm werden soll.