Der Bund sieht die Ursache vor allem in einem Wohnungsangebot, das mit dem Wachstum der Haushalte nicht Schritt hält. Nach dem aktualisierten Monitor Wohnungsmarkt hat sich die Lage 2025 und im ersten Halbjahr 2026 weiter verschärft. Besonders angespannt bleibt sie für Wohnungssuchende mit tiefer und mittlerer Kaufkraft sowie in Regionen wie dem Grossraum Zürich, der Zentralschweiz und mehreren Berggebieten.
Am 1. Juni 2026 standen schweizweit 45’493 Wohnungen leer. Das waren 2’962 weniger als ein Jahr zuvor. Die Leerwohnungsziffer sank damit zum sechsten Mal in Folge und fiel auf 0,93 Prozent. Auch bei den Mietwohnungen schrumpfte das Angebot. 34’690 freie Mietwohnungen lagen 6,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Mehr Baugesuche, späte Wirkung
Für 2026 erwartet das Bundesamt für Wohnungswesen weiterhin ein zu geringes Wachstum des Wohnungsbestandes. Gleichzeitig zeigen mehr Baugesuche und Baubewilligungen laut Monitor, dass sich der Wohnungsbestand ab 2027 wieder stärker erhöhen könnte. Genau darin liegt aber das Problem für Eigentümer, Entwickler und Gemeinden. Mehr Pipeline bedeutet kurzfristig noch keine Entlastung, während der Druck auf günstige Mietwohnungen bereits heute hoch bleibt.
Bezahlbarer Wohnraum fehlt auch im Tourismus
Wie konkret die Knappheit wirkt, zeigt eine neue Studie der Universität Lausanne zu Adelboden, Leysin, Saas-Fee und Villars-sur-Ollon. Für Saisonarbeitende sind hohe Wohnkosten das grösste Wohnproblem. Gesucht sind Unterkünfte in Arbeitsnähe, mit ausreichend Privatsphäre und Mietverträgen, die zur Dauer der Saisonstelle passen. Für Tourismusgemeinden wird Wohnraum damit zu einem Standortfaktor im Wettbewerb um Personal.
Referenzzins bringt keine Entlastung
Beim hypothekarischen Referenzzinssatz gibt es ebenfalls keinen neuen Impuls. Er liegt seit dem 2. September 2026 unverändert bei 1,25 Prozent. Daraus entsteht kein neuer genereller Anspruch auf Mietzinsanpassungen. Die nächste Publikation ist auf den 1. Dezember 2026 angesetzt.
Parallel dazu verliert die Wohnraumförderung im Bund eine langjährige Schlüsselfigur. Felix Walder, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen und Leiter Wohnraumförderung, steht noch im Herbst 2026 an der Spitze des Bereichs. Sein angekündigter Abschied fällt in eine Phase, in der die Förderung preisgünstiger Wohnungen politisch und praktisch stark unter Druck bleibt.
