Drei Projekte formen das neue Zentrum
Dietikon erlebt einen bemerkenswerten Bauboom. Gleich drei Projekte im Stadtkern stehen für den Aufbruch, das historische Kroneareal, das Löwenzentrum und der Florahof. Alle drei liegen in unmittelbarer Nähe zueinander und alle drei verändern das Gesicht der Stadt nachhaltig.
Das Herz der Stadt schlägt wieder
Mitten in Dietikon, direkt an der Reppisch, einem Nebenfluss der Limmat, liegt das historische Kronenareal. Dieser zentral gelegene Stadtteil ist für die Region seit Jahrhunderten ein Ort des Austauschs, des Handwerks, des Genusses und des Miteinanders. Bereits 1259 wurde die Taverne zur Krone erstmals urkundlich erwähnt. Gebäude wie die Alte Metzg und das ehemalige Waschhaus gehen in ihren Ursprüngen bis ins Jahr 1688 zurück. Sie sind ein prägendes Stück Dietiker Identität.
Die Stadt trägt diesem Erbe grosse Sorge. Mit Respekt und viel Liebe zum Detail entwickelt sie Haus um Haus und gestaltet die öffentlichen Plätze neu. Die Taverne zur Krone, stilvoll erneuert von der renommierten Schweizer Architektin Tilla Theus und die Zehntenscheune als Haus der Kultur und der Bevölkerung schlagen bereits heute eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das alte Bauamt steht ebenfalls saniert bereit und beherbergt ein Atelier zur Nutzung.
Die Alte Metzg und das ehemalige Wäschehäuschen werden instandgesetzt und warten darauf, mit frischen Ideen belebt zu werden. Auch die gesamte Umgebung wird umfassend neugestaltet. Das Projekt «Back to the Roots» von Skala Landschaft Stadt Raum und S2 Architekten überzeugte die Jury mit einer «sensiblen und poetischen Gesamtvision», die mit wenigen Elementen ein stimmiges Ganzes ergibt. Plätze und Verbindungswege werden mit Sitzmöglichkeiten und schattenspendenden Bäumen aufgewertet. Hinter dem alten Wäschehäuschen sollen Sitztreppen den direkten Zugang zur Reppisch ermöglichen.
Das Kroneareal wird dabei als Teil eines grösseren Freiraumnetzes verstanden. Es verknüpft die belebten Fussgängerzonen im Zentrum im Osten mit dem Reppisch-Ufer im Westen. Der Zehntenplatz entsteht als chaussierter, identitätsstiftender Begegnungsort mit Brunnen und Pergola, der Hedingerplatz als offene Allmend-Fläche für vielfältige Nutzungen. Der Eindruck eines Parkplatzes wird bewusst minimiert. Die markanten Föhren bleiben erhalten und prägen als raumbildende Elemente den neuen Aussenraum.
Mit diesem vielfältigen Angebot an Innen- und Aussenflächen entsteht ein attraktives Zentrum für Freizeit, Kultur und Kulinarik. Ein echter Herzensort für die Menschen aus Dietikon und dem Limmattal.
Sanierung mit Weitblick
Nur wenige Gehminuten entfernt, an der Ecke Löwenstrasse/Zentralstrasse, steht das Löwenzentrum, ein Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1988 mit rund 18’000 m² Geschossfläche. Die Zürich Anlagestiftung als Eigentümerin hat SPPA Architekten mit der Gesamtsanierung beauftragt.
Die bestehende Struktur bleibt erhalten, wird aber mit einem neuen Attikageschoss aufgestockt. Büro- und nicht mehr benötigte Technikräume werden zu 38 neuen Wohnungen umgebaut. Gleichzeitig werden die Erdgeschosszonen aufgewertet. Zugänge werden nach aussen verlagert, die Verbindung zwischen Zentral- und Löwenstrasse gestärkt sowie mehr Platz für Fussgänger geschaffen mit einer neue Aufenthaltsqualität. Nachhaltige Massnahmen wie Begrünung und Solaranlagen sind integraler Bestandteil des Konzepts. Der Baubeginn ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Neues Leben im ehemaligen Kaufhaus Regina
Direkt gegenüber dem Löwenzentrum, an der Zentralstrasse 12 – 16, wartet das dritte grosse Stadtentwicklungsprojekt, der Florahof. Bauherrschaft ist die Personalvorsorgestiftung der Planzer Transport AG. Das Architekturprojekt stammt von Oxid Architektur in Zusammenarbeit mit Atelier Burkhalter Sumi.
Das Herzstück ist das denkmalgeschützte, ehemalige Kaufhaus Regina aus dem Jahr 1964, bekannt für seine charakteristische Beton-brut-Fassade mit künstlerischen Verzierungen. Drei Baukörper werden zu einem städtebaulichen Dreiklang um einen baumbestandenen Innenhof.
Das ehemalige Regina wird im Erdgeschoss mit Geschäften geplant und in der 4-geschossigen Holzaufstockung sind Wohnungen geplant. Ein Winkelbau in Holz schliesst den Hof zur Strasse und das arkadenartig zurückspringende Erdgeschoss ist für Gewerbe angedacht. Der Florahof, mit einem begrünter Innenhof und Baumbestand als gemeinschaftlicher Aussenraum.
Dietikons Stadtzentrum wird dichter, grüner und lebendiger. Mit Respekt vor dem Bestehenden und dem Blick nach vorn.