Das Limmattal baut seine Zukunft
Sechs Jahre Dialog, zwei Weissbücher, ein Architekturwettbewerb mit sechs Teams und jetzt liegt der Gestaltungsplan auf dem Tisch. Das Limmattaler Energiezentrum LEZ ist kein Versprechen mehr. Es ist ein Projekt, das Dietikon und das Limmattal auf Generationen prägen wird. Wer die Infrastruktur der Zukunft verstehen will, schaut heute nach Dietikon.
Die KVA Dietikon erreicht 2034 das Ende ihrer technischen Lebenszeit. Die Anlage genügt künftigen Anforderungen an Stand und Technik nicht mehr und der Platz reicht schlicht nicht aus. Die ARA steht im Antoniloch, einem Natur- und Vogelschutzgebiet von nationaler Bedeutung und muss bis 2050 verlegt werden. Limeco plant beide Anlagen am bestehenden Standort bei der Mündung der Reppisch in die Limmat zu erneuern und zum Limmattaler Energiezentrum auszubauen.
Acht Gemeinden tragen das Projekt
Das LEZ ist nicht das Projekt einer Stadt, sondern einer ganzen Region. Limeco gehört acht Limmattaler Trägergemeinden, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil an der Limmat, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen. Seit über 65 Jahren ist das Regiowerk in der Region verankert und dies ist die grösste gemeinsame Investition in seiner Geschichte.
Sechs Jahre Dialog
Limeco hat das Projekt nicht am Reissbrett entwickelt. Seit 2020 lief ein Mitwirkungsprozess mit Trägergemeinden, Bevölkerung, Kanton und Natur- und Umweltschutzorganisationen. Wasser, Energie, Natur und Zusammenleben, diesen vier gleichwertigen Perspektiven kristallisierten sich heraus. 2022 folgte eine Testplanung mit drei interdisziplinären Teams. Die Erkenntnisse flossen in zwei Weissbücher ein, die rund 250 Rückmeldungen aus den Mitwirkungsgremien einbezogen. Dieser Prozess schaffte Vertrauen.
Auenwall statt Betonklotz
Die Ergebnisse aus der Testplanung sowie die Rückmeldungen aus der Bevölkerung bildeten die Grundlage für den Studienauftrag Architektur. Sechs Teams aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Bauingenieurwesen reichten Entwürfe ein. Ein Fachgremium beurteilte die Projekte und bestimmte das Sieger-Team. Die sechs Entwürfe wurden bei einer Ausstellung der Bevölkerung vorgestellt.
Das Zürcher Büro Penzel Valier AG mit den Landschaftsarchitekten Krebs und Herde gewann. Ihr Entwurf strukturiert das über 43’000 Quadratmeter grosse Areal mit drei Längsstreifen, die Durchlässigkeit schaffen. Herzstück ist ein bis acht Meter hoher Auenwall, der als naturnahe Begrenzung und multifunktionale Erschliessungsstruktur dient. Ein städtischer Platz mit Hauptzugang und kaskadierender Parkrampe verbindet verschiedene Ebenen. ETH-Professor Kees Christiaanse fasste es im Beurteilungsgremium so zusammen: «Die Kunst war es, den grossen Massstab des Gesamtvolumens mit der umliegenden urbanen und natürlichen Landschaft in Einklang zu bringen.»
Das planungsrechtliche Fundament
Für 60 Tage lag der kantonale Gestaltungsplan ab ende Januar öffentlich auf un Interessierte konnten Einsicht nehmen. Am 21. Januar stellten sich Limeco und der Kanton Zürich an einem öffentlichen Informationsanlass in Dietikon den Fragen der Bevölkerung. Der Gestaltungsplan ist die planungsrechtliche Grundlage für alles, was folgt. Ohne ihn kein Bauprojekt, kein Neubau, kein LEZ.
Zwei Bauphasen, ein Ziel bis 2050
Im September 2023 stimmten die Stimmberechtigten mit über 80 Prozent klar einem Projektierungskredit von 41,4 Millionen Franken zu und bewilligten den Kauf des Hasler-Areals für 18 Millionen Franken als strategische Landreserve.
Bis 2034 entsteht der KVA-Neubau weiter westlich auf dem Areal, die ARA wird gleichzeitig erweitert. In der zweiten Phase bis 2050 folgt der vollständige ARA-Neubau am heutigen KVA-Standort.