Das grösste Nadelöhr der Schweiz kämpft sich frei

Täglich stauen sich 120'000 Fahrzeuge durch einen der meistbefahrenen Tunnel der Schweiz. Jahrzehntelang war der Gubrist bei Zürich ein Symbol für das Versagen der Verkehrsplanung. Jetzt, mit dem Abschluss einer Milliarden-Baustelle in Sicht, dreht sich das Bild. Was lange undenkbar schien, rückt in greifbare Nähe.

August 2026

Die Nordumfahrung Zürich auf der A1/A4 zwischen Weiningen und Regensdorf zählt zu den verkehrsreichsten Streckenabschnitten der Schweiz. Täglich passieren bis zu 7’000 Fahrzeuge pro Stunde den Tunnel. Wer hier regelmässig pendelt, kennt das Ritual. Stau an 350 Tagen im Jahr. Fast täglich, nicht gelegentlich.

Drei Röhren als Systemantwort
Die Lösung war lange bekannt, aber die Umsetzung dauerte. Mit dem Bau einer dritten Röhre startete der Bund ein Ausbau- und Sanierungsprogramm, das den Tunnel von Grund auf erneuert. Im Sommer 2023 öffnete die neue Röhre Richtung Bern, Basel und Luzern mit drei Spuren. Der Effekt war messbar, der Tagesverkehr in diese Richtung stieg sofort um zehn Prozent.

Sanierung mitten im Betrieb
Während die dritte Röhre den Verkehr aufnahm, wurde die zweite vollständig saniert. Ende November 2025 öffnete sie wieder für den Verkehr Richtung St. Gallen und Zürich Flughafen. Unmittelbar danach starteten die Arbeiten an der ersten Röhre. Das Bundesamt für Strassen koordiniert ein Projekt, das im laufenden Betrieb umgebaut wird. Spielraum für Fehler gibt es keinen.

Ende 2027 als Zieldatum
Ab Ende 2027 sind erstmals alle drei Röhren gleichzeitig in Betrieb. Richtung St. Gallen stehen dann vier Fahrspuren zur Verfügung, Richtung Bern und Luzern deren drei. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,55 Milliarden Franken. Gemessen an dem, was der tägliche Stau die Wirtschaft kostet, rechnet sich jeder investierte Franken. Allein durch Zeitverluste, verpasste Liefertermine und erhöhten Treibstoffverbrauch vernichtet dieses Nadelöhr täglich Millionen an wirtschaftlicher Leistung. Die Investition ist längst überfällig.

Die Schweiz fährt durch
Ab ende 2027 ist der Gubrist vollständig saniert, modernisiert und auf dem neusten Stand der Tunnelsicherheit. Die Baustelle gehört der Vergangenheit an.

Er ist das Rückgrat der schweizerischen Strassenverbindungen.Täglich passieren ihn 120’000 Fahrzeuge, darunter Pendler, Gütertransporte und Geschäftsreisende aus dem ganzen Land. Jeder Stau hier kostet die Wirtschaft Millionen. Jede freie Fahrt spart sie. Mit drei voll betriebenen Röhren wird aus einem chronischen Engpass ein leistungsfähiger Korridor. Die Schweiz fährt durch.

Text: Karin Ibach • Bild: zVg.

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