Betreute Büros treiben den Angriff auf höhere Mieten

Swiss Prime Site kauft FlexOffice ganz und macht Managed Offices zur Wachstumswette. Der Konzern will damit mehr Unternehmen entlang der gesamten Bürokette binden und rechnet in diesem Segment mit deutlich höheren Erträgen als in der klassischen Vermietung.
Zürich/Basel/Bern/Genf 3 Leseminuten
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Betreute Büros treiben den Angriff auf höhere Mieten

Darum gehts

KI-generiert
  • Swiss Prime Site übernimmt FlexOffice vollständig im vierten Quartal 2026.
  • Managed Offices sollen deutlich höhere Erträge als klassische Büros bringen.
  • FlexOffice betreibt elf Standorte in Zürich, Basel, Bern und Genf.

Der Schritt folgt direkt auf den Kapitalmarkttag vom 26. Oktober 2026 in Zürich. Swiss Prime Site erhöhte dort den Anteil an FlexOffice von 33 auf 100 Prozent und erwartet den Abschluss der Transaktion noch im vierten Quartal 2026. Damit holt der Konzern nicht nur zusätzliche Fläche ins Haus, sondern auch operative Kompetenz für bezugsfertige und betreute Büros.

Kürzere Verträge, höhere Erlöse
Der Konzern setzt auf ein Segment, das klassische Bürovermietung klar übertreffen soll. Nach Angaben des Managements erzielen Managed Offices pro Quadratmeter rund zwei- bis zweieinhalbmal so hohe Umsätze wie konventionelle Flächen. Trotz höherer Betriebskosten liege der Gewinn unter dem Strich um 60 bis 80 Prozent höher. Zugleich sind die Laufzeiten mit typischerweise drei bis fünf Jahren kürzer als bei herkömmlichen Büros.

Der Fokus liegt dabei ausdrücklich nicht nur auf kleinen Teams. Laut Swiss Prime Site fragen auch grössere internationale Unternehmen vollständig ausgestattete Flächen für 50 bis 100 Mitarbeitende nach, inklusive IT, Reinigung, Empfang und technischer Bewirtschaftung. Für Eigentümer und Betreiber wird das Modell damit zu einem Instrument, um Flächen dichter zu monetarisieren und Nutzer früher an das eigene Portfolio zu binden.

Elf Standorte als Türöffner
FlexOffice betreibt derzeit elf Standorte in Zürich, Basel, Bern und Genf. Auf dem Kapitalmarkttag bezifferte Swiss Prime Site den erwarteten Umsatz der Plattform für 2027 auf rund 20 Mio. Franken. Rund 9 der 11 Standorte liegen gemäss Management in Liegenschaften von Swiss Prime Site. Das verstärkt die Verzahnung zwischen Vermietung, Servicebetrieb und Bestandsportfolio.

Der Konzern beschreibt Managed Offices als Einstieg in die gesamte Bürowertschöpfungskette. Unternehmen können zunächst kurzfristiger in betreuten Flächen starten und später in klassische, langfristige Mietverträge wechseln. Als Beispiel nannte das Management den Detailhändler Action, der seinen Markteintritt in der Schweiz im Basler Messeturm über ein solches Modell begonnen habe und dort heute konventionelle Büroflächen miete.

Schweizer Markt holt auf
Swiss Prime Site sieht in der Schweiz einen Markt, der dem Londoner Vorbild folgt. Im Zürcher Stadtzentrum machen Managed Offices laut Management bereits rund 5 Prozent der Büroflächen aus. Für den Schweizer Markt stellte der Konzern zuletzt ein jährliches Wachstum von rund 12 bis 15 Prozent in Aussicht. Mit der Vollübernahme von FlexOffice verlagert sich diese Erwartung nun vom Trendthema zur konkreten Portfoliostrategie.