Bern sichert Kredite für bezahlbare Wohnungen

National- und Ständerat haben die wichtigsten Bundesinstrumente für den gemeinnützigen Wohnungsbau bis in die frühen 2030er-Jahre abgesichert. Bewilligt sind 150 Millionen Franken für den Fonds de Roulement sowie Bürgschaften von 1,92 Milliarden Franken für EGW-Anleihen.

Juli 2026

Der Entscheid stabilisiert vor allem die Finanzierung neuer Projekte. Der Fonds de Roulement soll von 2030 bis 2034 um 150 Millionen Franken aufgestockt werden. Parallel dazu erhält die Emissionszentrale für gemeinnützige Wohnbauträger EGW einen Verpflichtungskredit von 1,92 Milliarden Franken für Bundesbürgschaften in den Jahren 2027 bis 2033. Damit bleiben zinsgünstige Darlehen in frühen Projektphasen und langfristige Anleihen über den Kapitalmarkt verfügbar.

Das Parlament bestätigte diese beiden Vorlagen am 2. Juni 2026. Laut den Parlamentsdiensten soll der Fonds damit auf gut 900 Millionen Franken anwachsen. Der bisherige Bürgschaftsrahmen von 1,7 Milliarden Franken, der 2021 beschlossen wurde, wird nach Angaben des Parlaments im Verlauf von 2027 ausgeschöpft sein.

Zwei Instrumente mit unterschiedlicher Funktion
Für gemeinnützige Bauträger greifen die Instrumente an verschiedenen Stellen eines Vorhabens. Der Fonds de Roulement gewährt verzinsliche und rückzahlbare Darlehen für Neubau, Erneuerung, Erwerb von Liegenschaften und Bauland. Die EGW beschafft dagegen Kapital über Anleihen, die dank Bundesbürgschaften zu günstigeren Konditionen platziert werden können. Das wirkt direkt auf die Finanzierungskosten und damit auf die Möglichkeit, preisgünstige Mieten langfristig abzusichern.

Wohnungsmarkt bleibt unter Druck
Der Bundesrat hatte die Aufstockung im September 2025 mit der anhaltenden Wohnungsknappheit begründet. Das WBF verwies damals darauf, dass die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot seit Jahren übersteigt und dass längst nicht mehr nur die grossen Städte betroffen sind. Auch touristische Berggemeinden und weitere Regionen stehen unter Druck. Für Projektentwickler und Genossenschaften ist deshalb vor allem die gesicherte Fortführung der bestehenden Fördermechanik relevant, weil sie Finanzierungen und Pipeline über mehrere Jahre kalkulierbar macht.

Engpässe sind damit nicht gelöst
Die Entscheide sichern das heutige Instrumentarium, sie erweitern es aber nicht grundlegend. In Branchenkreisen wird denn auch darauf verwiesen, dass die Mittel angesichts der hohen Nachfrage knapp bemessen bleiben. Das unterstreicht auch der Geschäftsbericht 2024 der EGW, der von einer stark gestiegenen Nachfrage nach Finanzierungen und von einem absehbar engen Übergang bis zum neuen Bürgschaftsrahmen berichtet.

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