Bern ordnet Alterswohnen im Mittelfeld neu

Im neuen Quartier Viererfeld/Mittelfeld in Bern soll das für Alterswohnen reservierte Baufeld M31 neu von der Serena Stiftung entwickelt werden. Der Wechsel hält das Ziel vergünstigter Wohnungen im Alter auf Kurs, zeigt aber auch, wie stark Planungsregeln und Trägerschaften die Quartierentwicklung prägen.

Juni 2026

Im Berner Mittelfeld wird das Alterswohnprojekt neu aufgestellt. Nicht mehr die Burgergemeinde Bern, sondern die Serena Stiftung soll das Baufeld M31 im entstehenden Quartier Viererfeld/Mittelfeld entwickeln. Am Ziel ändert sich wenig: Geplant bleibt ein preisgünstiges Angebot für selbständiges Wohnen im Alter. Für das grösste Stadtentwicklungsprojekt der letzten Jahre in Bern ist der Schritt dennoch mehr als eine formale Rochade.

Der Wechsel zeigt, wie stark sich soziale Wohnangebote im Bestand und im Neubau an den geltenden Planungsgrundlagen ausrichten müssen. Die ursprünglich angedachte funktionale und betriebliche Verbindung mit dem nahegelegenen Burgerspittel liess sich nach verfügbaren Angaben innerhalb der heutigen Rahmenbedingungen nicht umsetzen. Statt das Vorhaben zu sistieren, soll nun eine neue Trägerschaft die Entwicklung übernehmen.

Neues Baufeld, gleicher sozialer Auftrag
Die Serena Stiftung bringt einen klaren Schwerpunkt im Altersbereich mit. Sie engagiert sich für selbstbestimmtes Leben im Alter und ist Hauptaktionärin der Concara Holding AG, unter deren Dach in Bern ambulante und stationäre Angebote gebündelt sind. Für M31 ist damit eine Trägerschaft vorgesehen, die Wohnen, Betreuung und quartiernahe Dienstleistungen enger zusammendenken kann, ohne den Neubau organisatorisch direkt an den Burgerspittel zu koppeln.

Für die Quartierentwicklung ist das relevant, weil das Mittelfeld nicht nur zusätzlichen Wohnraum liefern soll, sondern auch Nutzungen, die langfristig im Alltag funktionieren. Alterswohnen in einem neuen Stadtteil ist dann tragfähig, wenn Unterstützungsangebote erreichbar sind und soziale Teilhabe mitgeplant wird. Genau dort liegt die Chance des Wechsels: weniger institutionelle Anbindung im Baukonzept, dafür ein stärker auf selbständiges Wohnen ausgerichtetes Modell.

Schlüsselprojekt bleibt in Bewegung
Viererfeld/Mittelfeld gehört zu den grössten Wohnbauvorhaben der Stadt Bern. Auf dem Areal sollen rund 1’100 Wohnungen für etwa 3’000 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen. Ein substanzieller Teil ist für gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert. Im Mai 2026 hat der Gemeinderat zudem den Detailerschliessungsplan für das Quartier öffentlich aufgelegt. Dass nun auch beim Baufeld M31 die Trägerschaft neu geordnet wird, passt in ein Projekt, das seit Jahren schrittweise weiterentwickelt und immer wieder nachjustiert wird.

Offen bleibt, wann die zuständigen Organe der Übertragung definitiv zustimmen und wie rasch daraus ein konkretes Projekt mit Programm, Wohnungszahl und Betreiberlogik entsteht. Klar ist bereits heute: Im Mittelfeld soll Alterswohnen nicht als Anhängsel eines Heimbetriebs entstehen, sondern als eigenständiger Baustein eines neuen Quartiers.

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