600 Millionen für das Forum der Zukunft

Am Zürcher Hochschulstandort beginnt eine neue Bauphase. Nach zwei Jahren Rückbau und Aushub wurde am 22. September der Grundstein für das FORUM UZH gelegt. Bis 2031 entsteht an der Rämistrasse ein Bildungs- und Forschungszentrum für knapp 6000 Menschen. Es soll die Universität verdichten, den Campus öffnen und Forschung, Lehre sowie städtisches Leben an einem Ort zusammenbringen.

September 2026

Bisher arbeitete sich die Baustelle vor allem in die Tiefe. Rund 300’000 Tonnen Material wurden ausgehoben und abtransportiert. Die Baugrube reicht bis zu 30 Meter unter das heutige Terrain und zählt mit 73’000 Quadratmetern zu den grössten Baustellen der Stadt Zürich.
Mit der Grundsteinlegung beginnt nun der sichtbare Teil. Der Hochbau soll bis 2031 fertiggestellt und der Universität Mitte Jahr übergeben werden. Das Projekt ist mit einem Objektkredit von rund 597 Millionen Franken eines der grössten aktuellen Hochschulbauvorhaben des Kantons Zürich.

Ein Haus für 6000 Menschen
Das von Herzog & de Meuron entworfene Gebäude umfasst rund 37’000 Quadratmeter Hauptnutzfläche. Es ist für knapp 6‘000 Personen ausgelegt und schafft 700 Arbeitsplätze für Studierende. Vorgesehen sind fünf Hörsäle mit zusammen rund 2000 Plätzen, flexibel nutzbare Seminarräume, eine Bibliothek, vier Turnhallen, Büroräume, Mensen, Cafés und Läden. Der zentrale Innenraum, das namensgebende Forum, soll Platz für Veranstaltungen mit bis zu 2000 Personen bieten.
Damit entsteht keine reine Lehrmaschine. Das FORUM UZH ist als Ort der Begegnung konzipiert. Studierende, Forschende, Mitarbeitende und Quartierbevölkerung sollen sich dort treffen, lernen, essen und diskutieren.

Ein neuer Kern im Hochschulquartier
Das Gebäude liegt zwischen Rämistrasse und Gloriastrasse nahe beim Hauptgebäude der Universität Zürich. Es wird vor allem von der Rechtswissenschaftlichen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie von den Neuen Sprach- und Literaturwissenschaften der Philosophischen Fakultät genutzt.

Der Neubau stärkt das Hochschulquartier als Wissensstandort mitten in der Stadt. Er bringt Nutzungen zusammen, die bislang auf verschiedene Gebäude verteilt sind. Das verkürzt Wege, erleichtert interdisziplinäre Zusammenarbeit und schafft eine neue gemeinsame Adresse für die Universität.

Holz auf Beton, Energie vom Dach
Das Projekt setzt auf eine hybride Bauweise. Auf einem Betonsockel entstehen sieben Geschosse in Holz. Eine intensive Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen gehören zum Nachhaltigkeitskonzept. Das Gebäude verfügt über Vorzertifizierungen für DGNB Gold und Minergie-P.
Die Architektur verbindet damit hohe Nutzungsdichte mit einem vergleichsweise ressourcenschonenden Konstruktionsprinzip. Entscheidend wird sein, ob diese Ansprüche im Betrieb ebenso überzeugen wie in der Planung.

Mehr als ein Universitätsbau
Das FORUM UZH ist ein Infrastrukturprojekt für den Bildungs- und Forschungsstandort Zürich. Es schafft nicht nur neue Räume. Es zeigt, wie eine Stadtuniversität im dichten urbanen Raum wachsen kann, ohne an den Stadtrand auszuweichen.

Bis 2031 wird an der Rämistrasse ein neuer Baustein des Hochschulquartiers entstehen. Der Grundstein markiert deshalb mehr als den Beginn des Rohbaus. Er steht für eine Universität, die sich räumlich neu organisiert und ihre Rolle als offener Ort in der Stadt stärken will.

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