Zürich zögert, «Dübai» baut weiter

Während Zürich vor der Volksabstimmung über seine eigenen Hochhausambitionen zittert, wachsen andernorts die Türme munter weiter in den Himmel. Basel und Dübendorf liefern sich einen stillen Wettkampf um die spektakulärste Skyline der Schweiz. Der eine Ort setzt auf Pharma-Kapital und Stararchitekten, der andere auf pragmatischen Wohnungsbau am Stadtrand. Zürich dagegen bremst sich selbst aus.

August 2026

Das Stadtparlament hat die von der Regierung geplante Hochhausstrategie im März deutlich zusammengestrichen, mit einer ungewöhnlichen Allianz aus Links-Grün und SVP. In Schwamendingen dürfen künftig nur noch 40 statt 80 Meter hohe Bauten entstehen, für 60-Meter-Türme verlangt das Parlament zusätzlich eine Gestaltungsplanpflicht. Am 27. September entscheidet nun das Stimmvolk, nachdem FDP, GLP und Mitte das Referendum ergriffen haben und der Regierungsrat seine ursprünglichen Pläne als Gegenvorschlag zurückbrachte.

Dübendorf baut ungestört weiter
Nur wenige Kilometer östlich zeigt sich ein völlig anderes Bild. Im Quartier Hochbord ist mit den „Three Point Towers“ ein Cluster entstanden, das dem Ort den Spitznamen „Dübai“ eingebracht hat. Mit 103 bis 113 Metern stehen hier bereits die drei höchsten Wohnbauten der Schweiz, ein weiterer 85 Meter hoher Turm am Ring ist bereits in Planung.

Basel im Höhenrausch
Basel hält mit den beiden Roche-Türmen von 205 und 178 Metern den Schweizer Hochhausrekord und dürfte ihn noch lange behalten. Seit 2020 verfügt die Stadt über ein eigenes Hochhauskonzept, das Areale bei Pharmakonzernen, Bahnhöfen und Entwicklungsgebieten für neue Türme definiert. Aktuell debattiert der Grosse Rat über den Bebauungsplan Dreispitz Nord mit drei Wohntürmen bis 151 Metern, die zuständige Kommission hat ihn bereits einstimmig bei nur einer Enthaltung gebilligt.

Eine Handschrift prägt die Skyline
Bemerkenswert ist, wer hinter den grössten Basler Projekten steckt. Die Roche-Türme, die geplanten Bauten in Dreispitz Nord und der bald startende Rosentalturm am Messeplatz stammen alle aus der Feder von Herzog & de Meuron. Auch die Planung für das künftige Geviert Rosental Mitte beim Badischen Bahnhof trägt ihre Handschrift, Basel wird damit zunehmend zur Bühne für die Stararchitekten.

Genf will nicht zurückstehen
Bislang spielte Genf in der Hochhaus-Hitparade keine Rolle, das soll sich nun ändern. Die Regierung hat eine Planungsvereinbarung für zwei Türme mit 170 und 175 Metern im Gebiet Praille-Acacias-Vernets genehmigt. Im Dezember soll dafür ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden, während Zürich mit den umstrittenen 137-Meter-Türmen auf dem Hardturm-Areal noch nicht einmal seinen eigenen Rahmen gefunden hat.

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