Wohnungsverkäufe treiben Basel zu neuem Gewinnsprung

Knapp 85 Mio. Franken Reingewinn in sechs Monaten, 60,8 Mio. Franken aus Wohnungsverkäufen und ein fast ausverkauftes Projekt in Cham. Der Halbjahresausweis zeigt bei der Basler Immobiliengruppe, wie stark Entwicklungsgewinne derzeit das Ergebnis treiben, während Zukäufe weiter ausbleiben.

August 2026

Der Gewinnschub kommt nicht aus dem Bestand allein. Im ersten Halbjahr 2026 trugen vor allem Neubewertungen und das Promotionsgeschäft das Ergebnis. Der Reingewinn stieg auf knapp 85 Mio. Franken, nachdem im Vorjahr 44,6 Mio. Franken erreicht worden waren. Die Gesellschaft veröffentlichte ihren Halbjahresbericht am 17. August 2026.

Besonders stark wirkte die zweite Etappe von «Chama» in Cham. Aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen flossen 60,8 Mio. Franken ins Ergebnis. Das Projekt war per Ende Juni zu 86 Prozent fertiggestellt und zu 95 Prozent verkauft. Gleichzeitig zeigt «Alto» in Zürich-Altstetten, dass auch die Vermarktung im Mietsegment zieht. Kurz nach Fertigstellung waren dort alle 149 Wohnungen und die Gewerbeflächen vermietet.

Bestand liefert weniger, Pipeline liefert mehr
Im Bestandsportfolio sank der Liegenschaftsertrag wegen Verkäufen aus den vergangenen Monaten um 3,3 Prozent auf knapp 38 Mio. Franken. Auf vergleichbarer Basis legten die Erträge jedoch um 3,8 Prozent zu. Die Leerstandsquote verbesserte sich gegenüber Ende 2025 von 3,2 auf 2,8 Prozent. Das Immobilienportfolio war per Mitte Jahr mit rund 2,1 Mrd. Franken bewertet.

Ein wesentlicher Teil des Gewinnanstiegs kam zudem aus der Bewertung. Neubewertungen steuerten 53,4 Mio. Franken bei, nach 26,6 Mio. Franken in der Vorjahresperiode. Rund 40 Mio. Franken davon entfielen auf Entwicklungsliegenschaften. Für Projektentwickler und Bestandshalter ist das ein klares Signal, wie stark derzeit nicht nur Mieterträge, sondern vor allem verkaufsreife Wohnprodukte und Entwicklungsreserven auf das Ergebnis durchschlagen.

Zukäufe bleiben vorerst Theorie
Parallel dazu räumt die Gesellschaft ihr Portfolio weiter um. Nach Verkäufen von Entwicklungsarealen in Aesch und St. Maurice resultierte aus Devestitionen in der ersten Jahreshälfte ein Erfolg von 6,1 Mio. Franken. Das freiwerdende Kapital soll in strategisch passendere Projekte und Akquisitionen fliessen.

Doch auf der Käuferseite bleibt der Durchbruch aus. Von 113 geprüften Opportunitäten wurden 15 vertieft analysiert. Für sieben Objekte gelangte das Unternehmen in die Due-Diligence-Phase und reichte verbindliche Angebote über insgesamt 160 Mio. Franken ein. Bis Mitte August 2026 kam daraus noch kein Abschluss zustande. Für das Gesamtjahr erwartet das Management ohne Akquisitionen leicht höhere Mieterträge, auf vergleichbarer Basis ein Plus von rund 8 Prozent und eine Leerstandsquote von etwa 3 Prozent zum Jahresende.

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