Tiefe Teuerung bremst den Hypodruck

0,5 Prozent Jahresteuerung im Juni 2026 und ein SNB-Leitzins von 0 Prozent nehmen auslaufenden Festhypotheken bis Ende Jahr den akuten Zinsschock. Der grössere Hebel liegt derzeit oft nicht bei der Geldpolitik, sondern bei den Offerten und Margen der Banken.

August 2026

Die Schweizerische Nationalbank beliess den Leitzins am 18. Juni 2026 bei 0 Prozent und erwartet im Jahresdurchschnitt nur 0,6 Prozent Inflation für 2026 und 2027 sowie 0,7 Prozent für 2028. Solange diese Prognose trägt, fehlt der stärkste Treiber für einen abrupten Anstieg der Wohnhypotheken bis Ende Jahr.

Gleichzeitig zeigt der jüngste Preisdruck nach oben, wie schmal der Spielraum geworden ist. Die Jahresteuerung in der Schweiz lag im Juni 2026 bei 0,5 Prozent. Im Mai waren es 0,6 Prozent. Die SNB hatte im Juni zudem darauf verwiesen, dass die Teuerung seit der letzten Lagebeurteilung von 0,1 Prozent im Februar auf 0,6 Prozent im Mai gestiegen war, vor allem wegen höherer Energiepreise.

Festhypotheken folgen nicht nur der SNB
Für Eigentümer mit einer auslaufenden Festhypothek ist das die entscheidende Trennlinie. Geldmarkthypotheken reagieren direkt auf den Leitzins. Festhypotheken hängen dagegen zusätzlich an den Swap-Sätzen und damit an den Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt. Selbst bei stabiler SNB können sich Offerten deshalb unterschiedlich entwickeln.

Genau dieser Effekt ist im Markt sichtbar. Comparis meldete am 9. Juli 2026, dass die Richtzinsen für Festhypotheken im zweiten Quartal trotz gesunkener Kapitalmarktzinsen nur leicht nachgaben. Genannt wurden 1,77 Prozent für zehn Jahre, 1,52 Prozent für fünf Jahre und 1,32 Prozent für drei Jahre. Die Handelsspannen der Anbieter blieben laut dem Hypothekenbarometer hoch.

Wettbewerb schlägt Bequemlichkeit
Für Eigentümer mit einer Erneuerung bis Ende 2026 heisst das vor allem eines. Der grössere Preisunterschied dürfte eher zwischen den Banken liegen als zwischen zwei SNB-Entscheiden. Wer nur bei der Hausbank verlängert, verzichtet in dieser Phase womöglich auf den wirksamsten Hebel zur Kostensenkung.

Der nächste ordentliche geldpolitische Entscheid der SNB steht im September 2026 an. Bis dahin bleiben Energiepreise, geopolitische Risiken im Nahen Osten und internationale Zinsbewegungen Unsicherheitsfaktoren. Solange die Schweizer Inflation aber deutlich unter der von der SNB definierten Preisstabilitätsgrenze von 2 Prozent bleibt, spricht wenig für einen kräftigen Zinssprung bei kurzfristig zu erneuernden Festhypotheken.

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