Tessin kippt aus dem Immobilienoptimismus

Der Schweizer Immobilienanlagemarkt bleibt 2026 im Plus, doch der Höhenflug ist vorbei. Der Swiss Real Estate Sentiment Index fällt von 69,5 auf 47,5 Punkte. Während Zürich, die Zentralschweiz und die Genferseeregion weiter zulegen sollen, rutscht das Tessin klar unter den Trend.

Schweiz/Tessin/Zürich/Zentralschweiz/Genferseeregion, September 2026

Der Rückgang ist deutlich, aber kein Absturz. Der Swiss Real Estate Sentiment Index liegt 2026 bei 47,5 Punkten nach 69,5 Punkten im Jahr 2025 und bleibt damit trotz spürbarer Abkühlung im positiven Bereich. Die Erhebung basiert auf den Erwartungen von rund 370 Fachleuten für die kommenden zwölf Monate.

Gerade diese Kombination macht die neue Lage brisant. Landesweit hält das Vertrauen in Immobilienanlagen an, regional öffnen sich die Preisprognosen jedoch weiter. Besonders stark steigen sollen die Werte erneut in Zürich, in der Zentralschweiz und in der Genferseeregion. Lugano ist dagegen das einzige Wirtschaftszentrum mit sinkenden Preiserwartungen, und auch das Tessin insgesamt liegt im negativen Bereich.

Normalisierung nach dem Rekordjahr
Die neue Punktzahl wirkt vor allem im Vergleich zum Vorjahr schwächer, weil 2025 mit 69,5 Punkten den höchsten Stand seit 2012 markierte. 2024 hatte der Index noch 29,9 Punkte erreicht, 2023 lag er bei minus 77,4 Punkten. KPMG ordnet den Rückgang deshalb als Normalisierung nach einem aussergewöhnlich starken Jahr ein und nicht als Bruch im Schweizer Immobilieninvestmentmarkt.

Der Süden sendet ein Warnsignal
Für Investoren, Entwickler und Eigentümer verschiebt sich damit der Fokus. Die zentrale Frage ist 2026 weniger, ob der Schweizer Markt insgesamt trägt, sondern wo Preisanstiege noch erwartet werden und wo Kalkulationen defensiver werden müssen. Dass das Tessin als einzige Region und Lugano als einziges Wirtschaftszentrum gegen den nationalen Trend laufen, verschärft die Unterschiede bei Bewertungen, Ankaufsentscheiden und Exit-Erwartungen.

Der Befund passt zu einem Markt, der robust bleibt, aber nicht mehr flächendeckend gleich tickt. Wer in den kommenden zwölf Monaten auf weiter steigende Preise setzt, findet laut Sentiment vor allem in den grossen Wachstumsräumen Rückenwind. Im Tessin dagegen dürfte die Preisfrage deutlich früher zum Prüfstein für neue Investments werden.

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