Smart Building wird zum Standortfaktor

Smart Buildings sind nicht mehr nur digital gesteuerte Immobilien, sondern operative ESG-Werkzeuge. Sie messen Energieverbräuche in Echtzeit, steuern Licht, Klima und Verschattung automatisiert und liefern belastbare Daten für Taxonomie, Ratings und Regulierung. Leuchttürme wie The Edge in Amsterdam, Taipei 101, Roche Basel oder The Crystal in London zeigen, wie intelligente Gebäude Energieeffizienz, CO²-Reduktion, Nutzerkomfort und Governance-Transparenz verbinden und damit zu entscheidenden Standortvorteilen für wissens- und technologieintensive Unternehmen werden.

April 2026

Intelligente Gebäude werden dann zum Standortfaktor, wenn sie zunächst die ESG-Performance sichtbar und steuerbar machen. Durch Sensorik, Automation und datenbasierten Betrieb lassen sich Energie- und Ressourcenverbräuche, CO²-Emissionen, Raumklima und Flächeneffizienz messbar optimieren und diese Kennzahlen für Green-Finance, Ratings und Regulatorik nachweisen. Leuchtturmprojekte wie The Edge in Amsterdam, Taipei 101, Roche Basel oder The Crystal in London zeigen, wie Smart-Building-Technologie mit klaren Nachhaltigkeitsindikatoren und Zertifizierungen verknüpft wird und so über das einzelne Objekt hinaus Wirkung entfaltet.

Smart Building als Talentmagnet
Intelligente Gebäude verändern das Arbeits- und Innovationsumfeld. Nutzerzentrierte Gebäude mit hoher Luftqualität, viel Tageslicht, flexiblen Flächen, Apps und Services werden zu einem magnetischen Faktor für Talente und für Unternehmen, die moderne, gesunde Arbeitswelten verlangen. In solchen Smart Buildings verschmilzt Technologie mit Arbeitsplatzqualität. Von personalisierbaren Komfortparametern bis zur intelligenten Flächensteuerung und stärkt direkt das Employer Branding und die Attraktivität eines Standorts für wissens- und technologieintensive Firmen.

Vom Einzelgebäude zum vernetzten Campus
Standort- und Campusstrategie prägen intelligente Gebäude. In Quartieren und Campusstrukturen werden Daten aus vielen Smart Buildings aggregiert. So entstehen steuerbare Netze aus Energie, Mobilität und Nutzung, die eine Stadt oder Region als leistungsfähigen, nachhaltigen Standort positionieren, weit über das einzelne Objekt hinaus. Damit verschiebt sich die Diskussion. Intelligente Gebäude sind nicht mehr nur ein technisches Upgrade, sondern ein strategischer Hebel, um Standorte zukunftsfähig, regulierungssicher und international wettbewerbsfähig zu machen.

© Edge

The Edge in Amsterdam gilt als Prototyp eines intelligenten Bürogebäudes, in dem Architektur, Technik und Daten von Beginn an als ein digitales System gedacht wurden. Auf rund 40’000 Quadratmetern vernetzt eine extrem dichte IoT-Infrastruktur mit rund 28’000 Ein- und Ausgängen Sensoren, LED-Leuchten mit eigener IP-Adresse, Gebäudeautomation und eine Workplace-App. Mitarbeitende buchen ihre Arbeitsplätze activity-basiert im 3D-Modell, erhalten personalisierte Licht- und Komfortprofile und arbeiten in hochflexiblen, tageslichtorientierten Flächen. Energetisch erreicht The Edge dank effizienter Hülle, Geothermie, grosser Photovoltaikflächen, Regenwassernutzung und E-Mobilität eine energiepositive Bilanz und reduziert CO²-Emissionen im zweistelligen Millionen-Kilogramm-Bereich über zehn Jahre. Die permanent erhobenen Nutzungs-, Komfort- und Energiedaten bilden die Basis für prädiktive Wartung, Reinigungs- und Flächenoptimierung und machen ESG-Leistung im Betrieb mess- und steuerbar, statt sie nur zu reporten. Als BREEAM-Outstanding-Objekt mit internationalem Benchmark-Status zeigt The Edge, wie ein einzelnes Smart Building sowohl Arbeitswelt als auch Standortprofil von Amsterdam als innovativem, nachhaltigem Wirtschaftsraum prägen kann.
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Taipei 101 in Taipeh zeigt, wie ein ikonischer Supertall mit Smart-Building-Technik in ein grünes und «gesundes» Hochhaus transformiert werden kann. Ein integriertes Gebäude- und Energiemanagementsystem überwacht und steuert Beleuchtung, HVAC, Pumpen und Aufzüge, ergänzt durch cloudbasierte Analytik zur Effizienzsteigerung. Doppelfassade, LED-Retrofit, optimierte Luftaufbereitung sowie wassereffiziente Armaturen, Regenwassernutzung und ein verbessertes Kühlwassersystem senken Energie- und Wasserverbrauch deutlich. Der Green-Retrofit machte Taipei 101 zum LEED-Platinum-Pionier im Bestand. 2025 erreichte der Turm erneut LEED v5 O+M Platinum mit Höchstpunktzahl sowie WELL v2 Core Platinum. Über mehrere Jahre konnten so rund 160 Mio. kWh Strom eingespart und zugleich Luftqualität, Komfort und Gesundheit der Nutzer deutlich verbessert werden. Ein globales ESG-Leuchtturmprojekt für Bestandsgebäude.
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© F. Hoffmann-La Roche AG

Roche Campus Basel/Kaiseraugst verfolgt auf dem Campus Basel/Kaiseraugst eine Smart-Building- und Smart-Campus-Strategie, bei der ein durchgängiges IoT-Backbone Bestands- und Neubauten verbindet. Sensorik, Gebäudeautomation und Datenplattformen werden so eingesetzt, dass Energieeffizienz, Nutzererlebnis und Betriebsoptimierung in einer skalierbaren digitalen Infrastruktur zusammenlaufen. Konkrete Anwendungsfälle sind Belegungs- und Präsenzmessung, Indoor-Navigation, georeferenzierte Grundrisse und smarte Logistik- bzw. Materialflüsse. Grosse Neubauten wie Bau 2, BSN8/11 und das pRED-Center dienen als Träger, in die Sensorik, Automation und Datenarchitektur von Beginn weg integriert werden. Damit wird der Campus zu einem strategischen ESG-Hebel. Energiemonitoring, Flächen- und Betriebsoptimierung stützen die Dekarbonisierung, nutzerzentrierte Arbeitswelten verbessern Orientierung und Servicequalität. Ein konsequentes Daten- und Life-Cycle-Management schafft Transparenz für FM und Governance. So stärkt Roche zugleich den Life-Sciences-Standort Basel mit international sichtbaren Referenzgebäuden und einer klar systemischen Nachhaltigkeitslogik.
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© ArchDaily

The Crystal in London ist ein kompaktes, aber konsequent durchentwickeltes Smart-Building-Leuchtturmprojekt mit klarer ESG-Verknüpfung. Es wurde 2012 in den Royal Docks für Siemens als Ausstellungs- und Konferenzzentrum gebaut, umfasst rund 6’300 Quadratmeter und gilt mit LEED Platinum und BREEAM Outstanding als eines der nachhaltigsten Gebäude der Welt. Das vollständig verglaste, zweigeschossige Gebäude kombiniert ein all-electric-Konzept ohne fossile Brennstoffe mit einer fein abgestimmten Glasfassade und einem integrierten Gebäudemanagementsystem. Photovoltaik auf dem Dach, Erdsonden mit Wärmepumpen, LED-Beleuchtung, Regen- und Schwarzwasseraufbereitung sowie wassereffiziente Armaturen senken Energie- und Wasserverbrauch deutlich. Das BMS vernetzt Heizung, Kühlung, Lüftung, Licht und Sicherheit, passt den Betrieb in Echtzeit an Belegung und Wetter an und macht alle Systeme mess-, benchmark- und feinjustierbar. So entsteht ein nahezu selbstoptimierendes Gebäude, das zugleich als öffentlich zugänglicher Lernort für urbane Nachhaltigkeit dient und mit transparenter Performance-Darstellung zum internationalen Referenzfall für smarte, ESG-orientierte Architektur geworden ist.
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