Rheinfelden zieht die Bauzonen neu auf

Rheinfelden startet Ende August die Mitsprache zur grössten planerischen Weichenstellung seit 2004. Ab dem 1. September 2026 liegt die revidierte Nutzungsplanung öffentlich auf. Sie entscheidet, wo Verdichtung, preisgünstiger Wohnraum, Gewerbe und Freiräume künftig überhaupt noch zusammenpassen.

August 2026

Der Schritt kommt mit deutlicher Verspätung und entsprechend grosser Wirkung. Die letzte Gesamtrevision der Rheinfelder Nutzungsplanung datiert von 2004. Nun legt die Stadt das Regelwerk neu auf, das für die nächsten rund 15 Jahre festlegt, welche Flächen für Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft, Erholung oder Infrastruktur vorgesehen sind und wie in den Bauzonen gebaut werden darf.

Der Auftakt zur öffentlichen Mitwirkung erfolgt am Montag, 31. August 2026, um 19 Uhr im Musiksaal der Kurbrunnenanlage an der Habich-Dietschy-Strasse 14. Anschliessend ist der Entwurf vom 1. September bis zum 30. Oktober 2026 online einsehbar. In dieser Frist können Bevölkerung, Eigentümerschaften und weitere Betroffene Fragen, Anliegen und Ideen einbringen.

Entwicklungsgebiete unter Druck
Im Zentrum der Revision stehen jene Gebiete, in denen Rheinfelden weiter wachsen will, ohne die Quartierqualität zu beschädigen. Genau dort wird neu austariert, wie Wohn- und Gewerbenutzungen räumlich verteilt werden, wo kurze Wege gestärkt werden sollen und welche ortsspezifischen Baubestimmungen die bestehenden Qualitäten sichern. Für Bauherrschaften und Entwickler entscheidet sich damit früh, wo Spielräume grösser werden und wo Regeln enger gefasst werden.

Die Stadt stützt die Revision auf das Räumliche Entwicklungskonzept, das der Gemeinderat am 19. April 2021 verabschiedet hat. Dieses dient ausdrücklich als Grundlage für die Überführung in verbindliche Instrumente wie Richtpläne sowie Bau- und Nutzungsordnung. Hinzu kommt der überarbeitete Richtplan Landschaft und Erholung, der seit dem 1. Januar 2025 rechtskräftig ist und nun über die Nutzungsplanung grundeigentümerverbindlich abgesichert werden soll.

Wohnraum wird zum Planungsauftrag
Brisant wird die Vorlage, weil sie mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen soll. Rheinfelden will neue Verbindungen und kurze Wege fördern, preisgünstigen Wohnraum aus der Wohnraumstrategie unterstützen und zugleich Natur-, Landschafts- und Freirauminteressen sichern. Nach dem Ja der Einwohnergemeindeversammlung vom 18. Juni 2025 zum Gegenvorschlag für mehr bezahlbaren Wohnraum muss der Stadtrat im Rahmen der laufenden Gesamtrevision prüfen, welche Anreize dafür in der Nutzungsplanung verankert werden können.

Während der Mitwirkung sind zudem Quartierspaziergänge vorgesehen, an denen einzelne Themen direkt vor Ort diskutiert werden. Die Termine will die Stadt am Informationsanlass und danach online bekannt geben. Damit fällt die entscheidende Debatte über künftige Dichte, Nutzung und Schutz nicht erst im formellen Beschlussverfahren, sondern bereits in den kommenden Wochen.

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