Ostschweiz baut gemeinsame KI Verwaltung auf
Sieben ORK-Kantone, Zürich und Liechtenstein wollen KI in der Verwaltung gemeinsam entwickeln, beschaffen und standardisieren. Für Baugesuche, Bewirtschaftung und andere Verfahren steigt damit der Druck, digitale Abläufe kantonsübergreifend kompatibel zu machen.
Die Ostschweizer Verwaltung will Künstliche Intelligenz nicht mehr kantonsweise testen, sondern gemeinsam aufbauen. Sieben Kantone der Ostschweizer Regierungskonferenz sowie Zürich und Liechtenstein haben dazu eine Vereinbarung unterzeichnet. Der Schritt ist für die Immobilien- und Baupraxis vor allem deshalb relevant, weil viele Verfahren an den Schnittstellen von Gemeinden, Kantonen, Fachstellen und Gesuchstellern hängen.
Nach verfügbaren Angaben soll die Kooperation gemeinsame KI-Projekte, gemeinsame Beschaffung und gemeinsame Standards ermöglichen. Ziel ist es, Verwaltungsprozesse und Behördenleistungen effizienter und fehlerärmer zu gestalten. Für Planer, Eigentümer und Entwickler ist das kein abstraktes Digitalthema. Wo Baugesuche, Prüfabläufe, Datenerfassung oder Auskünfte digital vereinheitlicht werden, sinkt der Aufwand für wiederkehrende Prozesse über Kantonsgrenzen hinweg.
Vom Pilot zur Struktur
Auslöser der Vereinbarung ist eine vorgelagerte Analyse zur Nutzung von KI in der öffentlichen Verwaltung. Sie wurde seit Frühling 2025 in mehreren Ostschweizer Kantonen sowie mit Liechtenstein erarbeitet und zeigte ein breites Potenzial für konkrete Anwendungen. Die neue Vereinbarung verschiebt das Thema damit von der Prüfung in die organisatorische Umsetzung.
Gerade für immobiliennahe Verfahren ist dieser Schritt relevant. In der Praxis bremsen heute oft unterschiedliche Abläufe, uneinheitliche Datenanforderungen und getrennte technische Systeme. Wenn die beteiligten Verwaltungen Standards gemeinsam entwickeln, kann das mittelfristig bei Dossiers, Vorprüfungen, Stellungnahmen oder der Aufbereitung von Unterlagen Wirkung entfalten. Noch ist offen, welche Anwendungen zuerst skaliert werden. Die Stossrichtung ist aber klar: weniger Insellösungen, mehr gemeinsame Infrastruktur.
Zürich liefert ein konkretes Beispiel
Wie schnell der Nutzen sichtbar werden kann, zeigt Zürich bereits mit KI-Anwendungen rund um Baubewilligungen. Dort wird der Einsatz so erprobt, dass Eingaben verbessert und Abläufe effizienter werden sollen, ohne die Entscheidverantwortung der Behörden zu verlagern. Für die Ostschweizer Kooperation ist das ein wichtiges Signal. Sobald sich praxistaugliche Werkzeuge und Regeln übertragen lassen, gewinnt die interkantonale Zusammenarbeit an Substanz.
Für die Immobilienbranche liegt der Wert der Vereinbarung deshalb weniger in der Technologie selbst als in der Verwaltungswirkung. Wenn Standards, Beschaffung und Know-how gemeinsam organisiert werden, steigen die Chancen auf schnellere, konsistentere und besser skalierbare Verfahren. Ob daraus tatsächlich kürzere Wege bei Bau, Planung und Bewirtschaftung entstehen, wird sich an den ersten konkreten Anwendungen zeigen.