Neuenburg stemmt 28 Millionen gegen den Sanierungsstau

Der Kanton Neuenburg legt für 2027 bis 2031 einen Rahmenkredit von 28 Millionen Franken auf, um seinen Gebäudepark instand zu halten. Der einstimmige Entscheid lindert den Unterhaltsdruck, schliesst die Lücke zum empfohlenen Werterhalt aber noch nicht.

September 2026

Der einstimmig bewilligte Kredit verteilt 28 Millionen Franken auf fünf Jahresraten von je 5,6 Millionen Franken. Er folgt auf das erste Programm über 18,5 Millionen Franken für 2023 bis 2026 und soll den baulichen Unterhalt des kantonalen Bestands ab 2027 fortsetzen.

Brisant ist dabei weniger der Beschluss selbst als die Grössenordnung. Mit der neuen Tranche erreicht der Kanton laut Regierungsbericht eine Unterhaltsquote von 0,76 Prozent des Gebäudeportfolios. Als Schwelle zur Vermeidung von Substanzverlust gelten jedoch 1 bis 2 Prozent. Der zusätzliche Kredit entschärft den Druck, beseitigt ihn aber nicht.

280 Gebäude bleiben im Fokus
Der Staat Neuenburg besitzt rund 280 Gebäude im Kanton. Geplant sind vor allem Eingriffe an technischen Anlagen, Dächern, Fassaden und Innenräumen. Der Kredit soll zudem eine zusätzliche Technikerstelle finanzieren, damit das Bauprogramm überhaupt abgewickelt werden kann. Für Eigentümer öffentlicher Portfolios ist das ein vertrautes Muster. Nicht nur Geld, auch personelle Kapazität entscheidet darüber, ob Unterhalt rechtzeitig umgesetzt wird.

Energieeffizienz wird zum Hebel
Die Regierung verknüpft den baulichen Unterhalt ausdrücklich mit Energiezielen. Der Kredit soll die Betriebssicherheit sichern, den Wert des Bestands erhalten und zugleich die energetische Leistung der Gebäude verbessern. Damit bleibt der Rahmenkredit mehr als eine reine Reparaturkasse. Er wird zum Instrument, um Werterhalt und Energiepolitik im bestehenden Portfolio zusammenzuführen.

Bestand in gutem Zustand, aber unter Druck
Nach Einschätzung des Kantons befindet sich das Immobilienportfolio insgesamt in gutem allgemeinem Zustand. Gerade deshalb ist der Entscheid relevant. Der Zustand wird mit laufenden Eingriffen stabilisiert und nicht von selbst erhalten. Für die Jahre ab 2027 setzt Neuenburg damit auf eine Fortführung der bisherigen Etappensanierung, während parallel grössere Assainierungsprogramme für einzelne prioritäre Gebäude weiterlaufen.

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