Lugano fällt im Bundesprogramm zurück
Das Luganese geht bei den Agglomerationsprogrammen der fünften Generation vorerst leer aus. Bern begründet dies mit zu schwacher Gesamtwirkung und fehlender Konkretisierung der Siedlungsentwicklung. Für die Standort- und Arealentwicklung ist das ein empfindliches Signal.
Das Luganese hat beim Programm Agglomerationsverkehr der fünften Generation einen Rückschlag erlitten. Während der Bund im Rahmen von Verkehr ’45 Beiträge für Projekte in 40 Agglomerationen vorsieht, wurde das Programm PAL5 aus Lugano nach verfügbaren Angaben nicht zur Mitfinanzierung vorgeschlagen. Der Kern der Kritik liegt nicht nur im Verkehr, sondern in der Verknüpfung von Mobilität und Siedlung.
Für die Immobilien- und Standortentwicklung ist das mehr als ein verkehrspolitischer Dämpfer. Agglomerationsprogramme sollen zeigen, wie Infrastrukturinvestitionen mit einer zentrierten Siedlungsentwicklung zusammengehen. Gerade dort, wo Verdichtung, Umnutzung und Erreichbarkeit zusammenspielen müssen, wird die planerische Qualität zum Finanzierungsfaktor.
Zu wenig Wirkung für Bundesgelder
Öffentlich zugängliche Angaben deuten darauf hin, dass das Bundesamt für Raumentwicklung dem PAL5 eine ungenügende Gesamtwirkung attestiert hat. Kritisiert wurden fehlende konkrete Angaben dazu, wie die zentripetale Entwicklung der Siedlungen umgesetzt werden soll. Damit trifft der Entscheid einen Punkt, der für Areale, Entwicklungsachsen und verkehrsnahe Verdichtung zentral ist: Wer Bundesmittel will, muss Mobilitätsmassnahmen mit einer nachvollziehbaren räumlichen Strategie hinterlegen.
Die Programme der fünften Generation betreffen den Umsetzungshorizont 2028 bis 2031. Der Kanton Tessin hatte PAL5 zusammen mit den Programmen für Bellinzonese und Mendrisiotto eingereicht. Im Luganese wäre damit eine wichtige Finanzierungsbasis für priorisierte Massnahmen im nächsten Vierjahresfenster angekratzt, selbst wenn einzelne Diskussionen im Vernehmlassungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind.
Tessin zeigt ein zweigeteiltes Bild
Anders als Lugano erhalten andere Tessiner Agglomerationen Rückenwind. Für Mendrisiotto, Bellinzonese und Locarnese wurden ausreichende Wirkungen ausgewiesen, womit die Bundesbeiträge gesichert erscheinen. Das verschiebt die Perspektive innerhalb des Kantons: Während andernorts konkrete Infrastruktur- und Aufwertungsmassnahmen weiter auf Schiene bleiben, muss das Luganese sein Zusammenspiel von Verkehr und Siedlung nochmals überzeugender darlegen.
Das ist auch deshalb relevant, weil der Bund in der fünften Generation insgesamt 1,68 Milliarden Franken an Bundesbeiträgen für Agglomerationsprojekte vorsieht. Wer in diesem Wettbewerb nicht besteht, verliert Zeit. Für Eigentümer, Entwickler und Gemeinden im Luganese heisst das vor allem eines: Standortentwicklung wird nicht nur an Projekten gemessen, sondern an der Frage, ob Verdichtung politisch und planerisch belastbar organisiert ist.